Ankündigung „Die schönen Ladys vom Isaan“

Dieses Buch wird von mir überarbeitet und in der kommenden Woche neu veröffentlicht, die alten Versionen werden aus dem Verkauf genommen. Für dieses Buch ist Dr. G. M. Gad Labudda der alleinige Autor.

Hier ein Auszug, das erste Kapitel:

„Über die Liebe in Thailand
Dieser Bericht entstand aufgrund einer E-Mail von Horst Herrmann, in der er über die Verständnisprobleme, die viele ‘Farang’, die weißhäutigen Ausländer, mit der ‘Liebe’ in Thailand haben. Er weist auf das Missverständnis hin, jede Frau, die an einer thailändischen Bar arbeitet, als Prostituierte zu betrachten. Er bemerkt die seltsame Fähigkeit thailändischer Frauen, ihre ‘Liebe’ zu einem Freund und sogar zu einem Partner, mit dem sie jahrelang zusammengelebt haben, einfach ‘abschalten’ zu können. Dazu nannte er weitere Probleme, denen die ‘Farang’ in Thailand begegnen. In einer Antwort habe ich versucht, diese allgemein bekannten Probleme, über die sich viele Ausländer beklagen, zu verstehen und zu erläutern, was nur möglich scheint, wenn man viele Jahre in Thailand gelebt hat und ständigen Kontakt mit der Bevölkerung und auch diesen Barfrauen hat.
Horst kommt oft nach Thailand, meist zusammen mit seiner Frau. Er beschäftigt sich intensiv mit diesem exotischen Land und seinen Bewohnern, sammelt umfangreiche sachliche und unterhaltende Informationen für Urlauber, Reisende und für Menschen, die sich in Thailand niederlassen wollen, die er im Internet anbietet. In diesem Forum wird eine Fülle weiterer Informationen angeboten.
Wegen der Reaktion verschiedener Leute auf meine Darstellung und die Erklärung der Probleme habe ich diesen Bericht neu überarbeitet und als eine Art Einleitung zu dem vorliegenden Buch verwandt, weil die Schilderung der Probleme mit der ‘Liebe in Thailand’ zum besseren Verständnis Thailands als auch der nachfolgenden Kurzgeschichten beitragen.
Ein Problem mit der Liebe ist nichts Außergewöhnliches. Solch ein Problem beschäftigt einen Großteil der Weltbevölkerung für einen guten Teil ihres Alltages. Ein Versuch der Klärung würde jede Grenze sprengen. Deshalb beschränke ich mich hier auf die Besonderheiten der ‘Liebe in Thailand’ und zwar auf die ‘Liebe’ zwischen Thailändern und Ausländern.
So paradox es sich anhören mag: Ein Problem ist kein Problem. Ein wirkliches Problem entsteht erst dann, wenn mehrere verschiedene Probleme in einer Verkettung oder rein zufällig zur gleichen Zeit erscheinen. Das erleben wir in der Technik, in der Medizin und selbstverständlich auch in der ‘Liebe’. Hier haben wir es nicht nur mit verschiedenen kulturellen Hintergründen, sondern zudem auch mit verschiedenen Bedürfnissen zu tun, die gleichzeitig auftreten und sich mit vielen sehr unterschiedlichen Erfahrungen mischen, was zu mehreren Problemen führt, besonders dann, wenn sich diese Bedürfnisse widersprechen, wie beispielsweise die Bedürfnisse nach Unabhängigkeit und nach einer Bindung, oder die Bedürfnisse, versorgt zu werden und ohne Verpflichtungen in Ruhe gelassen zu werden.
Das erste Problem besteht darin, dass der Terminus ‘Liebe’ nicht brauchbar ist, weil sich jeder darunter etwas anderes vorstellt und das Wort zu einem Knäuel wirrer Vorstellungen, Phantasien und Erwartungen wird. Darunter fallen u.a. das Habenwollen (ich will Dich besitzen), Gewolltwerdenwollen (ich will, dass Du mich willst), Gebrauchtwerdenwollen (mein Leben soll einen Sinn haben, ich will, dass ein Mensch mich braucht) die Identifikation (mein Kind soll es besser haben / ich will, dass Du so lebst, wie ich immer leben wollte / Du bist so, wie ich früher war und ich will mir helfen, indem ich Dir helfe), die Hoffnung (ich will Dir sympathisch sein und hoffe, dass Du mich einmal magst, mit mir lebst, mich glücklich machst, mit mir ins Bett gehst etc.), dass Nichtalleinseinkönnen und natürlich auch der Sex.
Ganz allgemein wird davon ausgegangen, dass Liebe etwas Positives ist und etwas mit Zuneigung zu tun hat. Um mit diesem Begriff arbeiten zu können, setzen wir an, dass Liebe und Erwartungen sich gegenseitig ausschließen, denn Erwartungen sind keine Zuneigung und auch nicht positiv. Liebe unter Voraussetzungen oder mit Erwartungen verknüpft, ist eine Geschäftsverbindung. In Anlehnung an Ronald D. Laing können wir festhalten: Liebe lässt den Anderen sein, mit Zuneigung, Verständnis und dem Bemühen, ihm ohne jeden Zwang zu helfen, dass zu tun, was er (motivational) will.
Nachdem wir wissen, wovon wir reden, können wir den Beobachtungen weiter folgen. Es ist sicher, dass die meisten Ausländer eine Frau an einer Bar kennenlernen. Es finden sich nur wenige Ausnahmen, bei denen wir aber auch fast immer davon ausgehen können, dass der Ausländer von der Frau gesucht oder akzeptiert wurde, um versorgt zu werden und eine gute Einnahme oder besser noch eine sichere Zukunft in relativem Wohlstand garantiert zu sehen, obwohl Buddha sagt, dass nichts im Leben sicher sei.
Wir müssen uns zunächst einmal von unseren europäischen Vorstellungen freimachen. Ein thailändisches Barmädchen ist nicht dasselbe, wie eine Prostituierte in Europa. Zwar gibt es einzelne Frauen an den Bars, die in ihrer Lebenseinstellung und ihrem Verhalten europäischen Prostituierten nacheifern, doch die Mehrzahl der Barmädchen suchen etwas zu essen, dass Geld für den Unterhalt, meist auch den Unterhalt ihrer Kinder, ihrer Eltern oder der Familie, einen Freund, einen Versorger, mit dem sie nach Möglichkeit gemeinsam leben können, der sie vielleicht sogar heiratet.
Ein Charakteristikum der thailändischen Barfrauen besteht nicht darin, dass sie Sex suchen, genießen, verkaufen, oder Glamour und Reichtum suchen, sondern vielmehr darin, dass sie aus armen Verhältnissen stammen, deshalb eine sehr geringe Bildung haben und nichts anderes tun können, um das zum Überleben unbedingt erforderliche Geld zu beschaffen, als es in der Bar zu suchen. Eine Frau, die nichts gelernt hat, als Reis anzubauen und sonst nichts tun kann, findet weder im Dorf noch in der Stadt Arbeit.
Wir müssen uns hier von europäischen Anschauungen und den Jahrtausenden religiöser Sexualunterdrückung in der westlichen Welt distanzieren, deren Grundlagen wir bis ins Alte Testament oder auch bis in den Sittenspiegel der Germanen zurückverfolgen können. Wir müssen leider akzeptieren, dass die Einstellung der Mehrheit europäischer Besucher, sei es durch das Propagieren der ‘Todsünde’ oder der Erwartungen an ‘die deutsche Frau’ etc. verbogen ist, während man in Thailand erst heute mit der angeblich ‘Neuen sozialen Ordnung’ versucht, die weitgehend natürliche Einstellung gegenüber der Sexualität zu verbiegen. Schließlich war es ja erst König Chulalongkorn, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Bevölkerung des Landes mit der Existenz von Büstenhaltern, der Verwendung von Oberbekleidung für Frauen und dem Gebrauch von Hüten und Schuhen konfrontierte und sich nach seinen Auslandsreisen bemühte, den in England heimischen prüden Viktorianischen Sittenkodex in Thailand einzuführen, wovon auch seine 98 Frauen ihn nicht abhalten konnten.
Die Durchsetzung dieser prüden und sogar sexualfeindlichen Sitten ließ lange auf sich warten und ist bis heute nur auf wenigen Gebieten gelungen. Nachdem man in Europa seit rund fünfzig Jahren die sexuelle Befreiung feiert, bemüht sich die thailändische Regierung noch heute darum, die Viktorianischen Sitten einzuführen. Der Erfolg ist sehr gering. Das hängt auch damit zusammen, dass ein großer Teil derjenigen, die auf die Durchführung dieser Sitten achten sollen, hierin nur eine Möglichkeit zur Verbesserung ihres mageren Einkommens sehen, selbst aber den Sitten, die sie ausmerzen sollen, durchaus nicht ablehnend gegenüberstehen und zum Teil selbst durch den nebenberuflichen Besitz der entsprechenden Etablissements nicht unerhebliche Einkünfte verzeichnen, was einen Interessenkonflikt darstellt.
Doch wir dürfen das Kennenlernen einer Frau auch an einer Bar nicht auf Sexualität begrenzen. Es sind mehrere Bedürfnisse, die hier zusammentreffen. Es ist nicht immer sicher, um welche Bedürfnisse es sich im Einzelnen handelt, sicher ist nur, dass es sich grundsätzlich nie um Liebe handelt.
Wir müssen hier einen kleinen Abstecher zu den Bedürfnissen machen. Nur das Nahrungsbedürfnis ist bereits bei der Geburt vorhanden, es zeigt sich im Saugreflex des Säuglings. Emotionelle und sexuelle Bedürfnisse hingegen schlummern und werden erst durch das Bekanntwerden geweckt. Gegenüber Sexualität mag eine gewisse Neugierde bestehen, doch das Bedürfnis wird erst durch ein sexuelles Erlebnis geweckt. Es wird dann normalerweise bestehen bleiben, wenn es nicht mit extremer Angst durch Moralforderungen, die während der Kindheit eindressiert wurden, oder durch schreckliche reale Erlebnisse überdeckt wird, und es kann sich bis zur Sucht steigern. Es handelt sich dabei aber selten um ein auf Sexualität isoliertes Bedürfnis, da immer verschiedene andere zwischenmenschliche Gefühle mit dem gemeinsamen Sex verbunden sind.
Ebenso verhält es sich mit dem Bedürfnis nach Zuneigung, Wärme, Zärtlichkeit und Verständnis. Das Bedürfnis ist zwar grundsätzlich vorhanden und seine Befriedigung ist lebensnotwendig, doch seine Entwicklung orientiert sich an den Erfahrungen. Ein Kind, dass nie eine tiefe Bindung an seine Mutter erlebt hat, wird später keine tiefe Bindung suchen, ein Mensch, der nie gestreichelt wurde oder keine innige Beziehung in seiner Kindheit erlebt hat, erlebt das Streicheln dann schon ab der Jugend leicht als eine fremde, unangenehme Berührung.
Und damit kommen wir zu dem erwähnten Hauptproblem, dass die Barfrauen im Verhältnis mit einem Farang ihre Liebe bei Bedarf einfach abschalten können. Ich finde diese Bemerkung deshalb so gut, weil es nicht heißt: „Die Nutten haben überhaupt kein Gefühl, die spielen das nur vor, und wenn es Spannungen gibt, zeigen sie ihr wahres Gesicht, dann sieht man, dass sie nichts empfinden.“ Das hört man des Öfteren von einzelnen Farang, die sich in ihren Erwartungen an die Frauen enttäuscht sehen. Es lassen sich nur wenige Frauen finden, die in einem länger dauernden Kontakt mit einem Menschen tatsächlich keine Gefühle haben und Sympathie oder Liebe lediglich vortäuschen, um dadurch mehr zu verdienen.
In das bei thailändischen Barfrauen grundsätzlich vorhandene Bedürfnis nach Unterhalt und Einkommen mischt sich auch das Bedürfnis nach Anerkennung und Zuneigung und es ist nichtzutreffend, dass sie grundsätzlich nicht bereit sind, eine Beziehung oder eine Bindung einzugehen, auch wenn hier eine gewisse Angst gegeben ist. Es ist aber wohl zutreffend, dass sie eine Beziehung einfach abbrechen können.
Vielleicht verstehen wir das mit einem vergleichenden Bild etwas besser: Wenn wir in irgendeinem Winkel eine süße kleine Katze sehen, die uns aus großen Augen anschaut, einen hilflosen Eindruck macht und weint, dann kann es sein, dass wir uns angesprochen fühlen und etwas für das Tier empfinden. Das Kätzchen tut uns leid, wir holen etwas zu futtern, streicheln es etwas und spielen vielleicht mit ihm. Wir erwarten von dem Kätzchen nichts (freuen uns aber, wenn es zu uns kommt, wenn es uns sieht oder hört); wir lieben es. Aber diese Liebe ist nicht sehr tief. Wenn das Kätzchen dann unvermutet faucht und kratzt, dann ist es zwar nicht unbedingt eine böse Katze, aber sie faucht, kratzt und beißt. Sie hat vielleicht Angst und erwidert unsere Liebe nicht und so können wir nichts mit ihr anfangen. Also gut, dann lieben wir sie eben nicht. Und genauso ist das hier bei den Mädchen. Es ist nicht nur so, dass die Attraktion eines Ausländers auf eine junge Thailänderin vielleicht nicht so hoch ist, als umgekehrt. Ihre Bindung und ihr Bedürfnis nach einem Partner, nach Gesellschaft oder emotioneller Gemeinsamkeit sind entschieden geringer, als dies bei vielen Ausländern der Fall ist. Der Grund hierfür liegt in der Erziehung während Kindheit und Jugend. Wenn sie das Gefühl haben, nicht akzeptiert und abgelehnt zu werden, wenn der Partner wie das Kätzchen faucht, kratzt und beißt, dann werden sie die geringe Bindung, die sie aufgebaut haben, leicht aufgeben. Die meisten Frauen, die aus dem Lande in die Stadt kommen und an einer Bar arbeiten, haben ohnehin nicht viel Hoffnung, einen Partner zu finden, der mit ihnen leben will und ein gewisses Misstrauen bleibt latent vorhanden, dass dann zusätzlich dafür sorgt, dass die Enttäuschung nicht zu groß wird.
Bedingt durch eine höhere Anzahl von Kindern als auch durch die Tradition erhalten die weitaus meisten Kinder in Thailand nicht viel Zuneigung, Wärme oder Verständnis in ihrer Kindheit, in der sich die Eltern oft nur um die jüngsten Kinder kümmern, die sie mit zunehmendem Alter alleine oder in der Obhut der älteren lassen, wobei nur selten tiefere Bindungen entstehen. Wenn so gut wie alle Thailänder sagen, dass sie ihre Eltern lieben und verehren, so liegt das an der Dressur, in denen ihnen oft genug gesagt wurde, wofür sie zu leben haben und dass sie ihre Eltern zu lieben haben. Das hat seine Wirkung etwa so, wie es eine Wirkung hatte, als man in früheren Zeiten der deutschen Jugend predigte, dass sie ihr Vaterland zu lieben hat, obwohl sie kaum in der Lage gewesen wären, zu erklären, was ein Vaterland ist, aber sie sind dafür gestorben, weil man es ihnen eingetrichtert hat.
Eine ähnliche Propagandawirkung finden wir übrigens auch bei der sogenannten Jungfräulichkeit, die die deutsche Frau als ihr höchstes Gut zu bewahren und nach der offiziellen Hochzeit ihrem Mann zu opfern hat. Wenn man Kindern solch einen unbegründeten Blödsinn nur oft genug sagt, dann tun sie das, weil es von ihnen erwartet wird und weil man das tut. Ihre persönlichen Gedanken und Bedürfnisse sind dann bereits der elterlichen oder gesellschaftlichen Hirnwäsche erlegen.
Doch kommen wir zurück zu unserer Katze. Liebe bedarf der Gegenliebe, sonst wird sie inaktiv und stirbt ab, oder sie wird zu Gewalt. Ich kann die Katze nicht zwingen, etwas zu essen, oder sich streicheln zu lassen. Ich kann sie nur sein lassen. Wenn Liebe darin besteht, jemand sein zu lassen und ihm zu helfen, dann ist das nicht möglich, wenn er sich gar nicht helfen lassen will. Ich kann einem Menschen nicht helfen, etwas zu tun, was er nicht will. Ich kann mich höchstens bemühen, ihm eine gewisse Einsicht in Notwendigkeiten zu vermitteln, darunter aber sicher nicht die Notwendigkeit, mich zu lieben. Wenn eine Liebe nicht auf Gegenliebe stößt, dann ergibt sich keine Gemeinsamkeit und die Liebe versickert irgendwo als eine gedankliche Sympathie auf Distanz. Spätestens dann, wenn sie nur noch darin besteht, den anderen sein zu lassen, kann Liebe nicht mehr aktiv sein und damit kann sie nicht mehr bestehen.
Sicher sind jene Fälle bekannt, in denen jemand glaubt, nicht ohne seinen Partner leben zu können, weil er ihn so fürchterlich liebt. Dieses Wort gibt die Richtung an, in der wir diese Liebe finden; man muss sich vor ihr fürchten. Es ist nichts weiter, als die Eigenliebe eines Menschen, der glaubt, ohne den Partner nicht leben zu können, ihn nun besitzen will und sich an ihn anklammert. Er lässt den ‘geliebten’ Partner nicht mehr leben, weil er ihn für sich haben und benutzen will. Das ist pure Gewalt, aufgrund der Lebensunfähigkeit desjenigen, der sich einredet, den anderen zu lieben, weil er ohne ihn nicht leben kann. Oder desjenigen, der sich einredet, den anderen zu lieben, oder dem anderen einreden will, ihn zu lieben, weil er sonst nicht versorgt wird, nicht leben kann und nichts zu essen hat.
Kurz gesagt: Derjenige, der seinen Partner nicht in Ruhe leben lassen kann, weil er ihn angeblich ‘liebt’, braucht den anderen entweder, weil er nicht alleine leben kann, weil er nicht alleine schlafen kann, oder weil er sonst niemand hat, der ihn versorgt und ihm Geld gibt. Wie immer dem sei, diese Beziehung hat nichts mit Liebe zu tun, sie ist mörderisch und sollte beendet werden. Diese Beziehung ist wie die Beziehung eines Ertrinkenden, der sich an jeden anklammert, der ihm helfen will und ihn in die Tiefe zieht, weil er nur an sich denkt und nicht im Geringsten an den, der hilft.
Die in den Bars arbeitenden Frauen und Mädchen haben in ihrer Kindheit und Jugend die lebensnotwendige emotionelle Wärme und Zuneigung normalerweise nur in einem sehr unzureichenden Maß erhalten. Dieser Zustand ist so krass, dass beobachtet werden kann, dass eine höhere Anzahl von ihnen aufgrund des Mangels an emotioneller Zuwendung in ihrer Entwicklung geistig zurückgeblieben sind.
Wenn ein Mensch bestimmte Gefühle wie Wärme, Zuneigung, Geborgenheit, etc. bis etwa zum vierzehnten Lebensjahr nicht kennenlernt, dann werden sie ihm während seines späteren Lebens unbekannt bleiben und er wird sie nicht mehr erkennen können. Wenn ein Mensch in seiner Kindheit gefühlsmäßig mehr oder weniger isoliert ist und nur eine schwache emotionelle Bindung kennenlernt, dann ist ihm nichts anderes bekannt und er wird als erwachsener Mensch keine intensive Bindung suchen, da er sie sich gar nicht vorstellen, nicht empfinden kann. Die mangels anderer Erfahrungen meist recht flachen emotionellen Bedürfnisse von Personen, die keine intensiven Bindungen erfahren konnten, lassen sich relativ leicht befriedigen, solange die nötigen Mittel zur Ernährung und Versorgung, sowie die Achtung vor dem Menschen und etwas Zuneigung vorhanden sind.
Die meisten thailändischen Frauen halten den Gehorsam gegenüber dem Mann und Ernährer für selbstverständlich, sie lieben ‘Sanuk’, etwas Spaß, ein Spiel, eine oberflächliche Unterhaltung, und sie freuen sich über etwas Herzlichkeit. Wenn sie allerdings mit großkotzigen oder selbstherrlichen Männern konfrontiert werden, die unter den Farang recht häufig zu finden sind, dann halten sie diese Verbindung genauso lange aus, wie sie zum Überleben unbedingt notwendig erscheint und sie noch kein anderes, ausreichendes Einkommen für ihre Versorgung oder die Versorgung ihrer Familie haben. Sie fühlen sich abgelehnt und können deshalb keine emotionelle oder auch nur freundschaftliche Verbindung erkennen oder akzeptieren. Sie werden aus dieser Verbindung ausbrechen, sobald sich eine geeignete Möglichkeit dazu ergibt. Da sie jederzeit in irgendeiner Bar anfangen können, um etwas zu essen zu haben, ist es für sie nicht schwierig, einen Menschen zu verlassen, von dem sie abgelehnt werden und den sie folglich ablehnen. Damit verhalten sie sich genauso, wie etwa deutsche Arbeiter oder Angestellte, die andauernden Streit mit einem großkotzigen und rechthaberischen Chef haben. Wenn zwischen den Mädchen und ihrem Freund oder Freier, einem Farang, der sie auslöst, keine freundschaftliche, emotionelle Verbindung entsteht und keine Hoffnung auf eine Besserung, hohe Zahlungen oder eine Erbschaft berechtigt ist, dann hat er für sie nur den Stellenwert eines Arbeitgebers, einer Arbeitsstelle, die bei vergleichbarem Lohn beliebig gegen jede andere Arbeitsstelle austauschbar ist, die das Überleben garantiert.
Die Trennung von ihrem Farang ist für die Frauen dann naheliegend, wenn der Mann, der auf der Suche nach einer hübschen Frau fürs Bett nach Pattaya kommt, der ausgelösten Frau erklärt, wie ekelhaft ihre Arbeit ist und ihr nahelegt, wie schlimm und sündhaft sie lebt und wenn er ihre Seele vor dem Fegefeuer retten will, indem er sie fortan nur noch ganz alleine beschläft, weil es dann ja für einen guten Zweck und folglich keine Sünde mehr ist. Oder wenn er ihr sagt, wie dumm sie ist, weil sie kein Deutsch spricht und ihr voller Mitleid Anstand beibringt, indem er ihr zeigt, wie sie in Deutschland Schweinshaxe und Sauerkraut mit Messer und Gabel essen kann, weil thailändisches Essen nichts taugt und die Thai zu dumm sind, etwas Vernünftiges zu essen, weil das nur die Germanen mit einer dicken Brieftasche wissen. Eine ständige Zurechtweisung auf europäisches Verhalten, Beschimpfungen wegen ihrer buddhistischen Religion oder ihres Geisterglaubens, dass Verhalten eines reichen Sklavenhalters oder eines mürrischen, übergeordneten und befehlsgewohnten Herrenmenschen sind Garantien dafür, dass die Frau bessere Gesellschaft suchen wird, aber eine ständige Beschimpfung als Dummkopf oder Nutte reicht auch. Wer eine Frau sucht, die irgendeine Zeit mit ihm gemeinsam verbringen will, darf sich nicht über den Mangel an Gemeinsamkeit wundern, wenn er sie selbst ablehnt, auch wenn es ihm nur darum geht, größer und besser zu sein. Dann fällt es der Frau gar nicht schwer, dieses Ekel ohne Tränen zu verlassen.
Bezüglich einer emotionellen Bindung ist es wohl für die meisten thailändischen Frauen weitgehend nebensächlich, ob sie mit einem Mann sexuellen Kontakt hatten. Nur allein hieraus konstruieren sie keine einmalige Beziehung oder eine innere, geschweige denn ewige Bindung, derentwegen sie bei einem Mann verbleiben, mit dem sie nichts außer einem Betterlebnis verbindet. Thailändische Frauen haben nicht jene tiefe, religiöse Prägung zu einer verpflichtenden Bindung wegen eines geschlechtlichen Kontaktes und sie messen dem keinerlei außerordentliche gottgebundene oder gar sündhafte Bedeutung zu, wie dies bei vielen europäischen Frauen der Fall ist. Zwar gilt die dortige religiöse Einstellung hier gesellschaftlich als anständiges Verhalten, aber durch das Fehlen der europäischen Begriffe der Sünde und des angeblichen Gotteswillens ist die Prägung bei weitem nicht so krass und hat gegenüber dem Problem der Versorgung oder der finanziellen Unterstützung eine sehr untergeordnete Bedeutung.
Hierhin Passt denn auch die Bemerkung über die Bratkartoffelverhältnisse und die deutschen Frauen, die nach dem Zweiten Weltkrieg einen ‘Ami’ für eine Tafel Schokolade mit nachhause nahmen. Sicher ging es darum, etwas zu essen zu haben, denn eine Tafel Schokolade ernährt für einen oder zwei Tage. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass viele nicht sehr religiöse Frauen der Überzeugung waren, dass ein Sonntagnachmittag mit einer Tafel Schokolade und einem sympathischen Mann zuhause viel mehr Spaß macht, als diese Zeit nur mit Keuschheit alleine zu verbringen. Und dann kam ja noch die Hoffnung auf eine häufiger zu erlebende nette Gesellschaft, einen Freund oder Ernährer hinzu. Aus den Bratkartoffelverhältnissen mit den GI’s hat sich eine nicht unerhebliche Anzahl gemischter Ehen ergeben. So findet sich hier also kaum ein Unterschied zwischen den Bratkartoffelverhältnissen der deutschen Frauen und den Frauen an Thailands Bars.
In beiden Fällen geht es den Frauen in erster Linie um die Versorgung, aber nicht nur darum. Den Frauen ist auch der zwischenmenschliche Kontakt, die Unterhaltung von Bedeutung, sowie auch die Frage, ob der Mann, der ihre Gesellschaft sucht, ein Freund oder vielleicht sogar ein Versorger oder sogar ein Ehemann sein könnte, mit dem man eine Familie gründen und bis ans Lebensende versorgt fast ganz normal leben könnte.
Wenn nun die Klage auftritt, dass thailändische Frauen, die ja auch Kontakte und Freundschaften suchen, ihre ‘Liebe’ schnell und problemlos abschalten können, dann hat das verschiedene Gründe. Um das verstehen zu können, sollten wir zunächst fragen, was denn die Männer suchen, die an einer Bar einer Frau begegnen. Es ist sehr interessant, zu beobachten, wie viele Männer an einer Bar ‘Liebe’ suchen, obwohl sie selbst nicht lieben und das auch gar nicht vorhaben. Sie erwarten nur, geliebt zu werden, weil sie glauben, etwas Besonderes, besonders schön und potent, besonders klug oder sehr reich zu sein und weil sie ja für die Liebe bezahlen. Hier braucht die Frau keine Liebe abzuschalten, weil es keine gibt.
Viele alleinstehende Männer jeden Alters kommen an eine Bar und suchen ein Mädchen oder eine Frau für gemeinsame Stunden, Tage oder Wochen, mit dem sie vielleicht später zusammenleben wollen, eine Spielgefährtin, eine Kameradin oder Freundin. Diese Männer haben zwar einige Schwierigkeiten, die richtige Person zu finden, doch ansonsten haben sie keine Probleme. Nur selten suchen sie Liebe, sondern vielmehr eine nette Bekanntschaft, vielleicht ähnlich einem Skatpartner, mit dem man Skat spielt, sich etwas unterhält, den man achtet und den man sich zu sehen freut. Sonst nichts. Sie sehen die Frauen als Sexpartner, nette Bekannte, mit denen sie sich unterhalten und ins Bett gehen, die sie achten und sich zu sehen freuen. Sonst nichts. Sie kommen mit den ausgelösten Frauen ganz gut zurecht. Sie erleben gemeinsam eine nette Bekanntschaft, ein gemeinsames Geschäft zu beide Vorteilen. Die Verbindung ist oft nett, aber nicht sehr tief. Ein Ende der Beziehung ist vorausgesehen und es ist vornehmlich der Einkommensverlust, der zur Trauer führt, er führt aber sicher nicht zu gebrochenen Herzen.
Ganz anders ist das bei jenen Leuten, die kommen, um eine Frau fürs Leben zu suchen und nach Europa mitzunehmen. Diese Männer sind nicht alle gleich; die einen suchen eine Mami oder ein vollbusiges Kindermädchen und die anderen eine Sklavin oder bestenfalls eine billige Putzfrau mit Betterfahrung, die sie ihrem Besitz hinzufügen können. Diese Männer haben nur eines gemeinsam; eine verkorkste Erziehung mit der daraus folgenden lebensfremden Illusion. Da man grundsätzlich keinen Menschen besitzen kann, egal wofür, bleiben die Probleme nicht aus. Die Frauen, die sie benutzen wollen, können so nicht leben. Sie erleben mit ihrem Besitzer keine Partnerschaft, keine Gemeinsamkeiten und kein Leben. Sie bleiben nur solange, wie sie auf ihren Arbeitslohn angewiesen sind. Sie können diesen Mann nicht lieben und haben gar keine Mühe, wegzugehen, wenn sie irgendwo eine Lebensmöglichkeit sehen.
Sehr häufig kommen zu den Bars Männer, die nichts weiter als Sex suchen und dafür nichts weiter als Geld geben wollen. Sie halten das für ein perfektes Geschäft und wissen noch nicht einmal, dass das gar nicht möglich ist. Wenn Sex nicht gerade alleine betrieben wird, ist es immer eine zwischenmenschliche Gemeinsamkeit. So ist es auch nicht wahr, dass diese Männer nur Sex suchen. Das reden sie sich nur ein, weil sie meinen, dass Liebe, Zuneigung, Freundlichkeit, Zärtlichkeit und Untertänigkeit selbstverständlich dazugehören. Dafür bezahlen sie ja. Mit der Zahlung der Auslösesumme geht die Frau in ihren Besitz über. Sie bestimmen, was die Frau zu tun hat, wo sie zu sitzen hat und sogar, was sie essen darf. Es ist häufig, dass solche Männer eine Frau gegen 21 Uhr auslösen, damit sie ihr Sexerlebnis gesichert haben. Sie befehlen der Frau, sich an die Theke oder an einen der Tische zu setzen und auf sie zu warten. Die Männer unterhalten sich mit Kumpels oder spielen mit anderen Mädchen irgendwelche Spiele und trinken, trinken, trinken. Um die ausgelöste Frau kümmern sie sich nicht mehr, weil sie die ja sicher haben. Die soll warten. Und dann trinken sie bis zwei oder drei Uhr morgens, bis sie mehr oder weniger schwankend aufstehen und der Ausgelösten, die nun fünf oder sechs Stunden gewartet hat, zurufen: „Eh, you, los, komm! Wir gehen!“ Sie sprechen mit der Frau nur im Befehlston und bilden sich ein, es mit Angehörigen eines primitiven Volksstammes zu tun zu haben, von denen sie als weiße Götter betrachtet werden müssen. Diese weißen Götter haben keine Achtung vor Menschen und sind so dumm, dass sie glauben, ein Mensch, der stundenlang auf sie warten muss und nur angeschrien wird, sei anschließend in der Lage, freundlich, zärtlich und liebevoll zu sein. Die weißen Götter sehen sich selbst als bessere Menschen und finden einen großen Unterschied zwischen den Frauen und den Männern an den Bars, weil die Frauen ja ‘nur Thai’ sind, oder weil sie ‘nur Prostituierte’ sind. Diese Frauen halten sie für verabscheuungswürdig, weil anständige Frauen gefälligst nur nach der Hochzeit und nur mit ihrem Ehemann ins Bett gehen dürfen und wenn sie es schon nötig haben, mit einem Mann zu schlafen, dann gefälligst nur aus reiner Liebe und nicht, um Geld zu verdienen. Anständige Männer dagegen dürfen natürlich jederzeit sexuelle Erlebnisse mit einer Frau haben. Sie halten die Frauen an den Bars für sündhafte, geldgierige Nymphomaninnen und wollen nicht begreifen, dass sie Geld verdienen müssen, um etwas zu essen zu haben und dass dies ihre Arbeit ist und dass sie kaum etwas anderes tun können. Von diesen Frauen zu verlangen, dass sie gratis und aus Liebe mit ihnen ins Bett gehen müssen, um anständig behandelt zu werden, ist genauso, als sagten sie ihrem Klempner, sie akzeptieren ihn nur, wenn er ihnen den Abfluss aus Liebe richtet und das Essen einstellt, weil es unanständig ist, Geld zu verdienen.
Wenn diese Leute mit einer Frau leben, glauben sie, die Frau zu besitzen, versuchen, sie zu einem anständigen Leben und anständigem deutschen Essen zu bekehren, zum Gehorsam zu zwingen und sind sicher, ihnen befehlen zu können, was sie tun und lassen dürfen, weil sie ihnen vielleicht fünfzehn Euro geben. Und dann wundern sich diese eingebildeten Trottel, wenn das Mädchen sich einfach umdreht und geht, ihre ‘Liebe’ abschaltet. Ich bin froh, dass diese Mädchen die Zuneigung und die Hoffnung, die sie bei der Bekanntschaft entwickeln, einfach abschalten können.
Wer mit einer Frau aus einer Bar lebt, sie achtet und versucht, sie zu verstehen und versucht, mit ihr wie mit einem guten Freund zusammenzuleben und nicht wie mit einem alten Lumpen, wird zumeist erleben, dass diese Frau alles für ihn tut, was sie kann, und dass sie eine Bindung zu ihm entwickelt. Er darf allerdings ihre Herkunft und ihre Entwicklung nicht vergessen, denn daraus ergeben sich noch weitere Merkmale, die für Ausländer problematisch ein können, Merkmale, in denen sich thailändische Frauen von deutschen Frauen unterscheiden.
Es mutet immer wieder seltsam an, wenn man europäischen Männern beim Gespräch über thailändische Frauen zuhört. Abgesehen von einigen extremen Klagen über einige extreme Ladies sind sie sich darüber einig, dass der Durchschnitt thailändischer Frauen viel besser ist als der Durchschnitt der Frauen in Mitteleuropa. Interessant ist, dass dabei zuerst von der Figur gesprochen wird. Thailändische Frauen seien kleiner, vor allen Dingen schlanker und sie hätten nicht so einen dicken Hintern, heißtes, und nur ganz im Hintergrund kommt etwas verschämt durch, dass die Frauen, mit denen diese Männer Kontakt haben können, in Thailand auch viel jünger sind. Damit wissen wir, was diesen Männern das Wichtigste an einer Frau ist; ihre Figur. Würden sie diese Logik auch auf Fahrzeuge anwenden, so hätten wir auf der Straße lauter rassige Sportwagen mit Motoren unter 32 PS. Für diese Männer liegt der Wert einer Frau vermutlich nur in dem Genuss einer nächtlichen Begegnung und ihnen ist wahrscheinlich noch nicht bewusstgeworden, dass sie mit einer Frau zusammenleben können. Sie suchen erst gar nicht eine Frau, mit der das möglich ist, sondern ein formschönes Haushaltsgerät, dass eine gehobene Bequemlichkeit verspricht. Andere Männer, die sich einen Sportwagen als Zweitfahrzeug für ihre Freizeit halten, haben dieses System auch für ihren Umgang mit Frauen eingeführt und manche haben dann eben nur einen Sportwagen, weil der schöner aussieht.
Neben der maßgeblichen Figur werden thailändische Frauen von Ausländern dafür gerühmt, dass sie gehorsam, anschmiegsam, bedürfnislos, liebevoll, tolerant, hilfsbereit und sparsam sind. Verblüffend ist dann die Mitteilung, sie müssten nur etwas mehr wie deutsche Frauen sein. Näher befragt erklären diejenigen, die schon einige Zeit mit einer thailändischen Frau verbracht haben, sie sollten selbständiger sein, eine bessere Bildung, mehr Allgemeinwissen haben, europäischer sein, weniger religiös und vor allen Dingen sollten sie weniger abergläubisch sein und nicht an Geister glauben.
Sie suchen also eine gebildete, selbständige Frau, die untertänig und gehorsam ist. Das schließt sich gegenseitig aus. Wahrscheinlich ist diesen Leuten auch noch nicht eingefallen, dass die Frau, die sie sich vorstellen und suchen, nie an einer Bar kennengelernt hätten und das solch eine Frau nie bereit gewesen wäre, mit ihnen zu leben. Machen wir uns nichts vor; für eine junge Thailänderin ist ein Farang kein Traummann, sondern eine Notlösung, wenn es nicht ohnehin nur sein Geld ist, dass interessiert. Auch der Farang wird seine Traumfrau nie finden, höchsten falls wird er sich einige Wochen in der Illusion ergehen, sie gefunden zu haben. Beim Zusammenleben muss man sich miteinander arrangieren und vor allen Dingen muss man den Partner akzeptieren, wie er ist, und nicht wie er vielleicht werden könnte, damit wir ihn akzeptieren.
Sicher ist jeder Mensch aufgrund der unterschiedlichen Erfahrungen in Kindheit und Jugend anders. Aber die Mädchen, die aus einem Dorf des Isan kommen und an einer Bar arbeiten, haben sehr viele ähnliche Erfahrungen, weshalb sie auch in verschiedenen Punkten eine weitgehend ähnliche Mentalität aufweisen. So kann man bei den meisten bemerken, dass sie wie Kinder sind. Sie haben in jeder Beziehung eine geringe Bildung, da sie in den vier bis sechs Jahren in ihrer Dorfschule nicht viel Wissen erarbeiten konnten, und in einem Dorf mit einer geringen Einwohnerzahl, in dem sich kaum kulturelle Angebote finden, hatten sie auch nur sehr begrenzte Möglichkeiten, ein soziales gesellschaftliches Leben kennenzulernen. Da sie von alten Traditionen und Verhaltensmuster sowie dem Mangel an Entwicklungsmöglichkeiten eingeengt wurden, sind sie in ihrer geistig-seelischen Entwicklung irgendwann stehengeblieben und sie sind oft wie kleine Kinder, obwohl der Körper sich voll entwickelt hat. Das ist nicht negativ. So wie Kinder bemühen sie sich um eine Entwicklung, sie versuchen im positiven Fall, alles Neue, dass auf sie zukommt, auszuprobieren und zu verstehen. Das erlaubt die Hoffnung auf eine weitere Entwicklung, ändert aber nichts daran, dass diese ihnen noch fehlt und das müssen wir akzeptieren.
Kinder zeichnen sich dadurch aus, dass sie das Recht haben, Fehler zu machen, Sachen auszuprobieren, die ein Erwachsener für selbstverständlich oder unmöglich hält, und sie haben ein Recht auf Zuneigung und Verständnis, während man von ihnen nur eine sehr begrenzte Zuneigung erwarten kann. Kinder beziehen oft alles Geschehen in ihrer Umwelt auf sich und lernen erst im Laufe ihrer Entwicklung, ihre Umwelt zu verstehen und zu akzeptieren, sofern sie diesen Versuch nicht bereits aufgegeben haben. In diesem Fall ist ihr Selbstbewusstsein bereits zerstört, sie haben die Hoffnung auf ein Verstehen ihrer Umwelt und ihrer Mitmenschen als auch die Hoffnung auf ein selbständiges Leben bereits aufgegeben. Aber den dadurch entstehenden Mangel an Sicherheit müssen sie ersetzen. Das kann durch absoluten Gehorsam gegenüber dem Versorger oder vermutete Übergeordnete geschehen. Dann brauchen sie sich keine eigenen Gedanken mehr zu machen, sondern nur noch zu tun, was andere Leute ihnen sagen und hoffen, dass diese ihnen ein glückliches Leben bereiten. Sie verlangen von ihrem Partner, dass er alle Entscheidungen trifft und ihnen sagt, was sie tun sollen. Sie verlangen dabei aber auch, dass er jene Entscheidungen trifft, bei denen sie glücklich sein können. An diesem Punkt scheitert das Zusammenleben ziemlich oft, weil der Partner keinerlei Informationen darüber erhält, welche Entscheidung angenehm sind und seine Partnerin sich wohlfühlen lassen. Oft glaubt er, volle Entscheidungsfreiheit zu haben und entscheidet im Zweifelsfall zu seinem Vorteil und nicht zur Zufriedenheit seiner Partnerin. Es muss nicht sein, dass sie ihm das sagt oder vorhält, doch je unwohler sie sich fühlt, desto mehr wird sie sich von der Partnerschaft entfernen und vielleicht irgendeines Tages einfach weggehen. Sie hat dann das Gefühl, der Partner liebt sie nicht, vielleicht hat sie auch noch andere Probleme im Zusammenleben, sicher aber ist sie kaum in der Lage, tiefere Empfindungen für ihren Partner zu entwickeln. Sie will von ihm geliebt werden und glücklich sein, dafür ist sie bereit, alles zu tun, was sie kann. Sie wird kaum verstehen, dass der Partner ihre Empfindungen brauchen könnte, sondern erlebt sich darin, dass sie gehorsam das Haus putzt, die Wäsche wäscht, dass Essen zubereitet und erwartet dafür Zuneigung und Liebe, die sie nur in geringem Maß geben kann. Die Gefühle, die wir bei ihr sehen, sind nur Empfindungen einer Zufriedenheit mit dem eigenen Leben, die mit der angenommenen Verpflichtung verbunden werden, für das Wohlbefinden des Partners zu sorgen, was für sie bedeutet, ihm Kaffee zu machen, eine Flasche Bier zu holen, den Schweiß von der Stirn zu wischen und sich notfalls vor ihn auf seine Zeitung oder seinen Computer zu setzen, damit er ihr sagen kann, was sie jetzt für ihn tun kann, damit sie glücklich ist.
Es gibt allerdings auch eine andere Reaktion auf die nicht gelungene Sozialisierung oder die mangelnde Entwicklung und das damit fehlende Verständnis des Lebens und der Personen der Umwelt. Um Sicherheit zu erlangen, wird das Leben dann auswendig gelernt. Sei es, dass die Forderungen der Eltern und Großeltern auswendig gelernt und als allgemeingültig akzeptiert werden, oder auch die Forderungen und Moralvorstellungen, die im Tempel gehört wurden, wobei auch die gehörten Erzählungen über den Umgang mit Geistern, deren Forderungen unbedingt erfüllt werden müssen, neben den Forderungen der Regierung als allgemeingültiges Gesetzwerk akzeptiert werden. Dies wäre ein gottgefälliges Leben auf Buddhistisch, wodurch die Person ihre Sicherheit erhält. Natürlich werden diese Forderungen auch auf einen Partner bezogen. Er erfährt dann, wie er seine Haare und Fingernägel schneiden muss, wie er Suppe essen muss, was er anziehen muss, welches Essen ihm schmecken muss, was er trinken darf etc. Je mehr er auf diese Forderungen eingeht, desto weniger kann er leben, je weniger er darauf eingeht, desto unsicherer wird seine Partnerin, bis hin zu dem Punkt, an dem sie ihn als gefahrbringend ansieht, weil die Geister sich für seinen Ungehorsam und seine Missachtung bitter rächen könnten.
Wir können einen Partner nur so akzeptieren, wie er ist. Aber wir müssen uns rechtzeitig überlegen, ob wir mit ihm leben können, so wie er ist, auch wenn er noch so schön aussieht. Dazu müssen wir unsere Bedürfnisse klar erkennen. Wenn wir einen Gedankenaustausch suchen, über gesellschaftliche Probleme, Kunst oder die Aussage von Filmen sprechen wollen, dürfte von vornherein klar sein, dass ein Mädchen, dass aus einer Bar kommt, nur in den seltensten Fällen dazu in der Lage ist. Wir werden bei dem Versuch einer Diskussion über die Aussage eines Filmes zufrieden sein müssen, wenn die Partnerin mitteilt: „Die eine Frau hat so ein komisches Kleid angehabt.“
Wir wissen, dass die Bildung der Barmädchen sehr gering ist. Das ist eine Folge davon, dass sie keine Möglichkeiten einer besseren Bildung erhalten haben und nicht etwa eine Folge davon, dass sie dumm sind. Aber die Tatsache bleibt bestehen und muss von uns akzeptiert werden. Es ist gut, wenn wir nicht eine Frau suchen, weil wir etwas lernen wollen; dafür gibt es Bücher, Computersoftware und Fernsehprogramme. Wenn wir zufrieden sind, mit einer Frau zu leben, die nur etwas freundlich ist, und sich bemüht, uns unser Leben angenehm zu gestalten, für Bequemlichkeit zu sorgen, dann werden wir sicherlich auch an einer Bar ein hübsches Mädchen finden, mit dem wir gemeinsam leben können. Allerdings müssen wir dieses Mädchen dann auch in Ruhe ihr Leben leben lassen und es dabei unterstützen. Es wird sich bemühen, für uns da zu sein, uns eine Freude zu machen und auf längere Sicht können sich daraus Vertrauen, Zuneigung und nach längerer Zeit auch Liebe entwickeln, auch wenn das nicht sehr oft geschieht. Wenn wir also sagen können, dass es grundsätzlich möglich ist, mit einem Mädchen aus einer Bar zu leben, müssen wir hinzufügen, dass ein Zusammenleben grundsätzlich dort nicht möglich ist, wo die Achtung vor dem Partner fehlt, sei es, weil sie meint, dass er ja nur ein dummer Farang ist, oder dass er meint, sie wäre ja nur eine dumme Thai

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