Die Einwanderer und die Ladys

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Ein Kapitelauszug aus dem Buch:

„ON SUCHT EINEN „REICHEN FARANG“

On wurde in einem Dorf im Süden des Landes geboren, wo ihr ein sehr einfaches Leben bevorstand. Schon die Komplikationen, die sich mit dem Kennenlernen eines Vaters und seiner Befehle ergeben, blieben ihr erspart, denn zur Zeit ihrer Geburt gehörte er schon nicht mehr zur Familie. Sie sollte ihn auch nie sehen und nichts von ihm erfahren.
Nachdem die Mutter die Heirat mit einem von den Eltern dringend anempfohlenen Mann energisch abgelehnt und deshalb schnell einen anderen Kandidaten geheiratete hatte, waren erhebliche Spannungen aufgetreten. Der anbefohlene Ehemann kam aus einer Familie, die einige Ländereien besaß und hätte den Wohlstand der Familie sicher etwas anheben können, weshalb diese ihren Unmut so gut es nur ging, an ihrem unvermögenden und unerwünschten Schwiegersohn ausließen. Der hatte einen verlassenen Hof gepachtet und bemühte sich, hier den Lebensunterhalt zu verdienen. Er hatte geglaubt, dass seine Frau ihm helfen würde, doch sie erklärte, dass ihre Eltern darauf bestehen, dass sie ihnen hilft.
So sah er seine Frau nur hin und wieder, wobei sie ihn aufforderte, ihren Eltern bei der Arbeit zu helfen, statt die eigenen Felder zu bearbeiten. Der junge Ehemann fühlte sich der vielen Arbeit, dem Alleinsein, den ständigen Besuchen der Schwiegereltern, ihrem Gezeter und der Wankelmütigkeit seiner Frau bald nicht mehr gewachsen. Die versuchte, zwischen ihm und den Eltern zu vermitteln, obwohl sie sah, dass ihre Eltern ihm viele Schwierigkeiten und völlig ungerechtfertigte Probleme bereiteten. Aber schließlich hatte sie ja ihr ganzes Leben lang gehört, dass sie ihre Eltern ehren und lieben muss. Das wollte sie ja auch tun, sie hatte nur den anderen Mann nicht lieben wollen. Als sie ihren Eltern eines Tages zustimmte, dass ihr Mann bessergehen soll, wenn er nicht bereit sei, seine Schwiegereltern zu lieben, erklärte er, dass es ihm sicher leichter fiele, sie zu verlassen, als ihre ihn hassenden Eltern zu lieben und ging.
Doch damit war erst der erste Teil des elterlichen Racheplanes erfüllt. Nachdem der unerwünschte Schwiegersohn ihre Tochter verlassen hatte, erklärten die Eltern ihr, dass sie selbstverständlich nicht zu ihnen zurückkommen darf und dass sie auch nicht bereit sind, ihr bei der Geburt oder der Versorgung ihrer Tochter On zu helfen, weil sie diese Geburt ja selbst zu verschulden hat, indem sie gegen ihren Befehl einen anderen Mann geheiratet hat. Sie hatten ihr ja gleich gesagt, dass dieser Mann nichts taugt und dass sie ihn nicht wollten und dass sie genau gewusst hat, dass sie auch keine Enkelin von wollten.
Darauf ging die Mutter zu ihren Schwiegereltern, die in einem entfernten Nachbardorf lebten, um dort um Hilfe zu bitten. Die wurde aber strikt abgelehnt. Die Leute machten ihr schwere Vorwürfe, dass sie ihren Mann völlig ungerechtfertigt weggeschickt hat. Sie gaben ihr die Schuld daran, dass ihr Sohn nun in die Stadt gegangen sei, um Arbeit zu suchen, dass er wohl nicht mehr in der Lage sein würde, sie zu unterstützen und dass sie ihren geliebten Sohn nun sicher nie mehr wiedersehen werden. Sie erklärten recht deutlich, dass sie keinen Grund sehen, eine Frau zu unterstützen, die ihren Mann ohne jeden Grund verjagt und dann noch die Stirn besitzt, dessen Eltern um Hilfe zu bitten.
Auf die Bitte der werdenden Mutter, ihr wenigstens bei der Geburt ihres Kindes zu helfen, fügten sie hinzu, dass sie auch nichts mit einem Kind von solch einer Frau zu tun haben wollen. So hatte sie durch den Versuch, ihren Eltern gegenüber ihre Pflicht zu erfüllen, alles verloren, ihren Mann, ihre Eltern und die Schwiegereltern. Sie stand jetzt mit einem ungeborenen Kind völlig allein, denn die Geschwister hatten sich hinter ihre Eltern gestellt und den Kontakt mit ihr abgebrochen.
Da ihr Mann die gemeinsamen Ersparnisse nicht mitgenommen hatte, überstand die Mutter gerade noch die Zeit der Geburt, dann musste sie etwas unternehmen, um zu überleben und ihre Tochter großzuziehen. Ein nochmaliger Besuch ihrer Eltern mit der Hoffnung, dass sie dort arbeiten und mit ihrer Tochter leben konnte, hatte nur zum Ergebnis, dass sie von ihren Eltern hinausgeworfen wurde. Sie hatte den falschen Mann geheiratet und nun waren von der Tochter keine finanziellen Zuwendungen oder Vorteile mehr zu erwarten. Die Eltern wollten sich nicht um eine Tochter kümmern, die sie durch eine eigenwillige Heirat so hintergangen hatte, dass sie keinen Gewinn aus ihr ziehen konnten.
Da sie bei der Geburt ihrer Tochter ordentlich verheiratet gewesen war, fand die Mutter schließlich eine Anstellung in einer Gummiplantage, wo sie in einer kleinen Holzhütte wohnen und mit ihrer Tochter zusammenleben konnte. Das Geld, das sie verdiente, reichte auch bei größter Sparsamkeit kaum zum Leben. Doch das war wohl nicht der einzige Grund, aus dem heraus On ihre Mutter ständig sehr ernst und sehr traurig erlebte. On lebte mit ihrer Mutter in der Hütte zwischen den Gummibäumen und lernte kaum irgendwelche Menschen kennen. Eine alleinstehende Mutter war bei den Familien der anderen Arbeiter nicht sehr beliebt und konnte sich bei den alleinstehenden Arbeitern nicht sehen lassen. Doch On konnte zur Schule gehen, wo sie eine andere Umgebung und einige Schulfreundinnen hatte. Die Mutter hielt es für wichtig, dass sie lernte und sah sich jeden Tag die Schularbeiten an. Sie sagte On, dass es sehr wichtig ist, dass sie gut lernt und mit einem guten Schulabschluss von der Schule abgeht. Als sie der Mutter ihr eines Tages ihr Abschlusszeugnis zeigte, war diese sehr zufrieden, aber sie war auch sehr ruhig.
Wenige Tage später schickte die Mutter sie zum Einkaufen ins Dorf. Als sie zurückkam, war die Mutter nicht zuhause. Zwei Stunden später kamen Männer, die ihr sagten, sie sei überfahren worden. Sie sei beim Überqueren der wohl eine Stunde Fußweg entfernten Fernstraße von einem Lastwagen erfasst worden und tödlich verunglückt.
Die Männer fragten sie nach ihrem Vater und ihrer Familie. On sagte alles, was sie wusste, aber das war nicht viel. Die Männer gingen weg, um mit dem Plantagenbesitzer zu sprechen. Drei Tage später kamen sie mit einer Frau wieder, die sagte, sie sei ihre Tante, eine ältere Schwester ihrer Mutter. Da ihre Mutter tot ist und die Großeltern sie nicht sehen wollten, müsste sie mit ihr nach Bangkok mitkommen, weil es keine anderen Verwandten gibt, die sich mit ihr abgeben wollen.
In Bangkok ging die Frau mit ihr in ein großes Hotel, wo man sie zu kennen schien. Sie fuhr mit ihr ganz nach oben und brachte sie in ein Zimmer, in dem einige Matten auf dem Boden lagen. Hier wohnten mehrere Mädchen, die in dem Hotel arbeiteten. Dann brachte die Tante sie in einen Raum, in dem mehrere Tische und Bügelbretter mit Bügeleisen standen. Sie zeigte ihr, wie man ein Hemd bügelt und gab ihr einen Stapel von Uniformhemden des Hotels zu bügeln. Als sie zurückkam, war sie äußerst ungehalten und schlug On, weil die Hemden nicht perfekt gebügelt und zusammengelegt waren. Von nun an lebte On in der Dachetage des Hotels und bügelte. Sie durfte das Hotel nicht verlassen, weil das für junge Mädchen sehr gefährlich sei und weil auch niemand erfahren durfte, dass sie arbeitet, denn das war gesetzlich verboten.
Nein, es war keine schöne Jugend. Als sie sechzehn Jahre alt wurde, holte ihre Tante sie ab. Sie konnte das Hotel verlassen, erhielt noch einen geringfügigen Lohn, den man ihr jeden Monat gutgeschrieben, aber nie ausgezahlt hatte, und dann brachte ihre Tante sie in einen Textilladen, in dem sie zu arbeiten hatte. Nein, sie hatte keine Familie, das wusste sie ja. Die Tante hatte selbst keine Familie und keine Kinder und interessierte sich auch nicht sonderlich für On. Sie beschränkte ihre Tätigkeit darauf, zu verhindern, dass On in ein Heim musste. Sie wollte sich nicht um ein Mädchen kümmern, das nicht ihre leibliche Tochter war. Sie wollte dafür nichts bezahlen, aber man muss ihr zugutehalten, dass sie dabei auch keinen Gewinn einstreichen wollte. On konnte das Geld, das sie im Hotel verdient hatte, als auch das Geld, das sie nun verdiente, behalten. Dass ein kleines Mädchen eine Familie braucht, einen Menschen, an den es sich halten und mit dem es einmal sprechen kann, fiel ihr nicht ein, vielleicht wusste sie es auch nicht, weil sie selbst so etwas nicht erlebt hatte. Sie glaubte, On sei ausreichend versorgt, da sie ja einen Lohn erhielt, der für das Essen ausreichte und nach Feierabend gratis in einem Lagerraum auf dem Boden schlafen durfte. Das war genug zum Leben, meinte sie.
Diese Zeit war für On schlimmer, als die Arbeit im Hotel, denn hier wurde sie nur zum Saubermachen, zum Glattbügeln neu angelieferter Waren und zum Einräumen gebraucht. Deshalb arbeitete sie vorwiegend alleine und dann blieb sie alleine in dem fensterlosen Lagerraum, bis die Kolleginnen am nächsten Morgen kamen und die Arbeit begann. Besonders schlimm waren die Wochenenden, denn am Sonntag war das Geschäft geschlossen, sie konnte das Gebäude aber nicht verlassen.
Als sie achtzehn Jahre alt wurde, verließ sie den Laden. Sie suchte nun Arbeit und fand schließlich eine Stelle in einem größeren Bekleidungsgeschäft, das an einer Hauptstraße lag und mehr Kundschaft hatte. Sie verdiente zwar etwas mehr, als zuvor, da sie sich nun aber auch eine eigene Unterkunft suchen musste, blieb ihr zum Monatsende kaum Geld übrig. Wichtig war für sie, dass sie nun nicht mehr eingeschlossen war. Sie konnte am Wochenende ausgehen und dabei ging sie auch über Märkte, nicht etwa, um nun irgendetwas zu kaufen, sondern um unter Menschen zu sein. Dabei fand sie nach einigen Monaten per Zufall einen neuen Stand mit Markenartikeln, der einen Anschlag mit der Mitteilung angebracht hatte, dass eine Verkäuferin gesucht wird.
Als sie mit dem Inhaber sprach und sagte, dass sie in einem Bekleidungsgeschäft arbeitet, bot er ihr eine Stelle mit einem sehr guten Verdienst an, der sie erstaunte. Die Erklärung erhielt sie, als der Inhaber ihr sagte, was sie tun muss, wenn Polizisten oder irgendwelche Kontrolleure kommen. Sie müsste dann so schnell wie möglich versuchen, die Markenartikel unter dem Marktstand zu verstecken und die anderen Waren nach oben zu legen. Er könnte dann auf keinen Fall im Laden bleiben, weil die Markenartikel nicht echt sind und die Polizei möglicherweise die Waren beschlagnahmt, weil der Verkauf gefälschter Artikel verboten ist. Ihr würde dann nicht viel passieren, aber er könnte sogar ins Gefängnis kommen. Er erklärte On, dass Thailand ein armes Land ist und dass man viele Waren, insbesondere Textilien in gleicher Qualität zu weit niedrigeren Preisen herstellen kann. Die Kunden hätten aber bei ausländischer Ware einen hohen Aufschlag für die Markennamen zu bezahlen. Außerdem machten sie sich weniger Gedanken um die Qualität der Ware, sondern dächten mehr an ihren Status, wenn sie ein teures Markenprodukt tragen, obwohl jeder hier weiß, dass bevorzugt die Fälschungen gekauft werden. Aber der Verkauf war eben gesetzlich verboten und strafbar.
Das war On ziemlich egal, und weil sie hier praktisch das Doppelte verdiente, wie zuvor, fing sie sofort am nächsten Tag an, da das Monatsende mit der Lohnzahlung erst einige Tage her war und sie durch den Wechsel nur gewinnen konnte. Der Inhaber des Marktstandes betrachtete On weniger als einfache Arbeitskraft, sondern mehr als Komplizin und sie fühlte sich hier wohl. Es dauerte nur wenige Tage, bis sich auch ihre ständige Angst vor der Polizei und vor Kontrollen legte. Der Chef hielt Wache und sie gewöhnte sich daran, die Ware umzupacken, wenn er sagte, er muss schnell ‘mal weg und eilig verschwand, um aus der Entfernung zu beobachten, was passierte. Aber es vergingen mehrere Monate mit sehr hohen Einnahmen ohne gravierende Probleme.
In dieser Zeit freundete sie sich mit Thep an, einem jungen Mann, der nur einige Meter weiter einen eigenen Stand hatte, an dem er preiswerte T-Shirts, Jeans und Röcke verkaufte, die von unbekannten Herstellern kamen. Zunächst unterhielten sie sich in den ruhigen Zeiten, wenn keine Kunden im Markt waren, dann aßen sie zusammen und bald gingen sie auch nach Feierabend gemeinsam weg, um zusammen noch etwas zu Abend zu essen, sich etwas zu unterhalten und spazieren zu gehen, bevor sie nachhause gingen. Dabei blieb es für mehrere Monate, während die Abende später und die Treffen häufiger wurden, bis es ihnen selbstverständlich wurde, zusammen essen zu gehen und sich am Abend zu treffen, doch weiter geschah nichts zwischen ihnen, es war nichts weiter, als eine distanzierte Freundschaft.
Es mochte fast ein Jahr vergangen sein, als an einem Vormittag mehrere Polizeiwagen und andere Fahrzeuge vor dem Markt hielten und eine größere Anzahl von Leuten ausstieg. Als dann auch noch einer der Offiziere mit der Hand auf den Markt zeigte, sagte Ons Chef: „Das kann nur eine Groß Razzia sein. Nichts wie weg.“
Während die Polizisten noch aus den Fahrzeugen ausstiegen und sich formierten, um dann nacheinander ihre Befehle entgegenzunehmen, schnappte der Inhaber des Verkaufsstandes sich schnell die großen Pakete mit der Markenware, während On schnell die ausliegende Ware in große Tüten packte, die ihr Chef geduckt und im Laufschritt zu seinem Wagen brachte, der hinter dem Markt stand. Als er die letzten Tüten mit der Markenware schnappte, rief er On beim Weglaufen noch zu: „Jetzt hau bloß ab, wir treffen uns hier gegenüber in vier Stunden.“ Damit ließ er die reguläre Ware am Stand zurück und lief zu seinem Wagen, den er auch noch starten konnte, bevor die ausschwärmenden Polizisten den Markt umzingelt hatten.
Thep hatte ebenfalls sofort reagiert. Er hatte Pakete seiner regulären Ware von seinem Stand auf dem Boden zu On hinübergeschleudert, denn es musste auffallen, wenn an einem großen Stand so viele Waren fehlten, dass die Tische halb leer waren. Die Polizisten begannen mit ihren Kontrollen an den vordersten Reihen. Zwar stellten sich einige von ihnen gut verteilt in den Markt, um eine gute Übersicht zu haben. Da On aber nichts versteckte, sondern nur Sachen auspackte, nahmen sie daran keinen Anstoß. Ihr Stand wurde von den Polizisten und ihren Begleitern sehr gründlich kontrolliert und sie fragten, ob hier nicht Markenartikel verkauft worden waren, doch On wusste von nichts, erklärte, dass sie neu ist und keine Markenartikel gesehen hat, und da bei ihr nichts gefunden worden war, gingen die Kontrolleure ohne Beanstandungen weiter.
On verkaufte nun die regulären Waren ihres Chefs und die Waren von Thep. Sie war gespannt, wie es weitergehen sollte. Tatsächlich erschien ihr Chef mit nur geringer Verspätung in dem kleinen Restaurant gegenüber des Marktes. Er war sehr froh, dass On am Morgen so gut reagiert hatte und dass der Polizei nichts aufgefallen war. Wäre sie weggelaufen und hätte einen halbleeren Stand hinterlassen, so hätte die Polizei sicher Verdacht geschöpft und ihn gesucht, da sein Name und seine Anschrift als Standbetreiber bei der Marktverwaltung eingetragen und bekannt waren.
Doch er hatte schlechte Nachrichten. Die Razzien sollten weiterhin durchgeführt werden. Es handelte sich um eine große Kampagne gegen Raubkopien, die im Verlauf von zwei Monaten den Vertrieb von Raubkopien im Gebiet von Bangkok beenden sollte. Er sagte, dass es für ihn vorläufig keinen Sinn hat, in Bangkok zu bleiben, er wollte seine Sachen in einer anderen Stadt verkaufen. Er wollte aber, dass On seinen Stand in Bangkok weiter betreibt, weil er auffallen könnte, wenn der Stand sofort nach der Razzia leer wird und weil er sich keine Hausdurchsuchung erlauben konnte. Außerdem wollte er später wieder zurückkommen und seinen Stand weiterführen. Er war sehr froh, dass die gesamte teure Ware gerettet werden konnte, deshalb sagte er On, dass sie die reguläre Ware verkaufen sollte, weil sie Ware brauchte, um den Stand weiterhin zu betreiben. Sie müsste sich ihren Lohn drei Monate lang von den Einnahmen nehmen. Sie könnten dann später abrechnen. Die Standmiete war bezahlt und er würde nach dieser Zeit zum Monatsende wiederkommen.
On kaufte zusätzliche Waren, um den Stand aufzufüllen und hatte nun für fast drei Monate ihren eigenen Stand. Sie verdiente zwar Geld, und zwar wesentlich mehr, als ihren Lohn, aber die Einnahmen waren ohne die gefälschten Markenartikel doch wesentlich geringer. Doch sie wusste, dass sie jetzt keinen illegalen Waren anbieten konnte und wollte abwarten, bis ihr Chef wiederkam und den Laden weiterführen würde.
In dieser Zeit intensivierte sich die Verbindung zwischen Thep und On. Sie überlegten, was sie unternehmen konnten, nachdem der Markt sich durch die ständigen Polizeirazzien langsam leerte und zunehmend mehr Kunden wegblieben. Ein sehr deutliches Zeichen des Abstiegs bestand in fehlenden Angeboten und darin, dass immer mehr Stände leer blieben. Die alten Betreiber konnten die Mieten nicht mehr bezahlen und niemand interessierte sich noch dafür, hier einen Stand zu mieten.
On und Thep hatten zwar noch ihre eigenen Unterkünfte, doch nachdem sie erst einen späten Abend gemeinsam verbracht hatten, folgten einige Nächte, die sie zusammenblieben, bis On praktisch bei Thep lebte. Nachdem das Einkommen immer weiter sank, die Kunden ausblieben und der Betreiber von Ons Stand nach Ablauf der Zeit nicht wiederkam, suchten sie schon am nächsten Tag nach neuen Verkaufsplätzen. Sie mieteten einen Straßen Stand, der sehr billig war, aber die Kunden suchten hier hauptsächlich nach ganz billigen Waren. Dann mieteten sie einen Stand in einem Shopping Mall, wo der Verkauf zwar wesentlich besser lief, doch hier verschlangen die hohen Standmieten einen großen Teil des Gewinnes und die Situation wurde gefährlich. Nach diesen Erfahrungen entschlossen sie sich, gemeinsam nach Pattaya zu gehen, weil sie gehört hatten, dass die Geschäfte dort auf den Märkten blühen würden und die Stände weitaus preiswerter waren, als in Bangkok.
Sie sahen sich die Märkte in Pattaya an und mieteten zwei Stände, denn Thep wollte bei seiner Ware bleiben, On aber wollte nun wieder die gefälschten Markenartikel aufnehmen, was ihm zu gefährlich erschien. Außerdem wollten sie ihre Finanzen getrennt halten und beide selbständig arbeiten. Sie suchten ein gemeinsames Apartment, denn sie wollten zusammenleben, und dann richteten sie ihre Marktstände ein. Von nun an führten sie ein gemeinsames und durch viel Arbeit bestimmtes Leben. On verdiente mit den Markenartikeln viel Geld, bis zu dreihunderttausend Baht im Monat, aber schließlich musste sie ständig auf der Hut sein und lief das Risiko, dass eines Tages ihre Ware beschlagnahmt wird und sie eine außerordentlich hohe Strafe zahlen muss oder ins Gefängnis kommt. Doch es vergingen mehrere Jahre, in denen sie dank ständiger Sozialabgaben an beamtete Freunde einen weitgehend störungsfreien Verkauf ihrer Waren und ein luxuriöses Leben genießen durfte.
Doch wenn der Verdienst auch außerordentlich gut war, so war es doch sehr anstrengend, jeden Tag dreizehn bis vierzehn Stunden auf der Hut zu sein, auch wenn man dabei keine harte Arbeit zu verrichten hatte. Vor allen Dingen wurde dieses Leben eintönig, was vor allen Dingen Thep dazu bewog, nebenher auch etwas Abwechslung zu suchen.
Thep war ein lieber und freundlicher Mensch, der jeden Streit vermied und nachgab, wenn es nicht gerade um den Preis seiner Waren ging. On hatte zwar eigentlich keinen Grund zum Klagen, sie fühlte sich bei ihm aber nicht sicher. Sie brauchte einen ‘starken Mann’, jemand, der ihr sagte, was sie tun soll und ihr die Entscheidungen abnahm, einen Mann, der der Herr im Hause war und nicht jemand, der alles tat, was sie wollte, weil sie ja gar nicht wusste, was sie wollte. Sie drangsalierte ihn mit ihren Wünschen und Forderungen, weil sie wollte, dass er sich gegen sie durchsetzt, damit sie zu ihm aufschauen konnte und nicht wie auf einen Diener auf ihn hinabschauen musste. Immer wieder sagte sie, dass er sich wie ein richtiger Mann verhalten soll und sie sagte ihm auch, an welchen Männern er sich ein Vorbild nehmen soll. Bis er das endlich tat, weil sie das ja von ihm verlangte und er ihre Nörgelei nicht mehr ertragen konnte.
Andere Männer achteten nicht auf ihre Frau, kümmerten sich nicht um sie, taten, was ihnen Spaß macht und hatten Freundinnen. Er würde sich jetzt so verhalten, wie die Männer, die sie ihm genannt hatte. Er suchte nicht etwa eine neue Partnerin, denn er war mit seinem Leben ganz zufrieden, wenn diese zunehmenden Streitigkeiten nur aufhörten. Doch wenn sie meinte, er sollte keine Rücksicht auf sie nehmen und beweisen, dass er ein Mann ist, dann konnte er sich ein zeitweiliges Abenteuer erlauben, damit sie sah, dass er ein richtiger Mann ist und dabei würde er auch etwas mehr Freude und Abwechslung erleben.
Dann wurde On krank und musste ins Krankenhaus. Dort machte man sich ernsthafte Sorgen um sie, hauptsächlich um ihre Zahlungsfähigkeit und On sagte, dass sie sehr viel Geld verdient und jede Krankenhausrechnung bezahlen kann. Daraufhin stellte sich heraus, dass sie ein Nierenleiden hat. Die Niere funktionierte nicht richtig und On musste nun jeden Monat einmal zur Durchspülung der Niere ins Krankenhaus, was jeweils rund fünfzigtausend Baht kosten sollte. Sie wurde nach wenigen Tagen entlassen und ging zurück in die gemeinsame Wohnung. Doch dort roch sie ein Parfüm, dass sie nicht benutzte, sie fand einen aufgebrauchten Lippenstift, der nicht von ihr stammte, eine Haarbürste, die ihr nicht gehörte und schließlich noch einen Slip, der ihr auch nicht gehörte.
Nach emsiger Suche fand sie noch weitere Spuren, die keinen Zweifel daran ließen, dass hier während ihrer Abwesenheit eine andere Frau gewesen war und zwar im Bett, wie Lippenstiftspuren auf einem Laken verrieten, dass sie im Wäschekorb fand. Sie sprach mit Thep nicht darüber, doch weitere Nachforschungen ergaben, dass Thep eine Freundin hatte und bereits mehrmals mit Frauen unterwegs gewesen war. Sie fand sogar heraus, in welchem Hotel er bereits mit Frauen abgestiegen war und dass er an jenen Tagen dort war, an denen er angeblich wegen neuer Warenkäufe nach Bangkok gefahren war.
Sie hatte die Beweise in der Hand und stellte ihn zur Rede, doch Thep leugnete bis ihm wirklich kein Ausweg mehr blieb. Das war es doch, was Männer tun, oder? Und anschließend um Verzeihung bitten und Blumen kaufen. Doch während On sicher gewesen war, dass er an ihr klebte und niemals eine andere Frau ansehen würde, so hatte sie nun diese Sicherheit verloren, was sie außerordentlich störte.
Nun wollte sie, dass er um ihre Zuneigung kämpft, aber das funktionierte auch nicht. Um ihn zu größeren Bemühungen zu bewegen, sagte sie ihm, dass sie sich vorübergehend trennen sollten, um zu überlegen, ob sie wirklich zusammenleben können. Doch auch das funktionierte nicht wie geplant, denn Thep nahm einfach seine Sachen und zog aus. Nun war On abends und nachts alleine, was sie nicht vertragen konnte und nicht gewollt hatte. Warum hatte er sich nicht etwas mehr um sie bemühen können? Mit einigen Entschuldigungen, Blumen, Komplimenten und etwas Goldschmuck hatte sie doch vorgehabt, sich erweichen zu lassen, und nun war er weg und sie war alleine. Nun musste sie fürchten, dass er eine andere Frau fand und vielleicht gar nicht mehr zu ihr zurück wollte.
Um nicht tatenlos alleine zuhause sitzen zu müssen, nahm sie die Gelegenheit wahr, ein Stofflager zu einem günstigen Preis aufzukaufen. Sie dachte daran, dass sie aus diesen Stoffen eigene Waren fertigen lassen konnte, um auf die gefährlichen Markenartikel zu verzichten, und sie dachte daran, abends selbst eigene Sachen zu schneidern, um beschäftigt zu sein. Doch sie fühlte sich immer noch alleine.
Als sie ihn zwei Wochen später fragte, wie es ihm geht und ob er wieder zurückwollte, meinte er strahlend, dass es ihm sehr gut ging und dass sie sich unbedingt eine längere Zeit von den Streitereien erholen sollten. Als er sie fragte, wie es ihr jetzt ging, sagte sie natürlich, wie viel besser sie sich jetzt fühlt, um keine Schwäche zu zeigen und freute sich, dass er ihr Zähneknirschen nicht hörte. Und abends ging sie nachhause und heulte, weil sie sich einsam fühlte.
On konnte es nicht mehr alleine in der Wohnung aushalten und ging gegen Mitternacht aus. Es dauerte auch gar nicht lange, bis sie einen Begleiter gefunden hatte, mit dem sie ein Treffen für den nächsten Abend verabredete. Dieses Treffen verlief sehr angeregt und endete bei ihr in der Wohnung. Schon am nächsten Tag sagte sie Thep, dass sie einen Mann gefunden hat, der sie wirklich liebt. Doch während sie zuvor geplant hatte, Thep mit der Bekanntschaft eines anderen Mannes eifersüchtig zu machen, so glaubte sie nun wirklich, diesen anderen Mann zu lieben, den sie gerade einen Tag kannte.
Das lag daran, dass dieser Mann ihr einfach sagte, was sie zu tun hatte, ohne groß Rücksicht darauf zu nehmen, was ihr passte, weshalb sie sich nichts zu überlegen brauchte und keine Entscheidungen zu treffen hatte. Bei diesem starken Mann fühlte sie sich sicher, denn er wusste, was er wollte. Vor allen Dingen aber glaubte sie an die große Liebe, weil dieser Mann einen sportgestählten Körper hatte und sie die Gemeinsamkeit mit ihm viel intensiver empfand, als sie es je erlebt hatte. Das war wirklich echte Liebe, entschied sie und war glücklich. Und von dieser Liebe wollte sie nun mehr erleben, jeden Tag, ihr ganzes Leben lang.
Sie war auch noch glücklich, als er zwei Tage später eine Tragetasche mitbrachte und bei ihr einzog, weil sie sicher war, dieses unsägliche Vergnügen seiner Liebe nun täglich zu erleben. Doch als sie einige Tage später zur Nierenspülung ins Krankenhaus musste, war er damit gar nicht einverstanden. Er rechnete ihr vor, wie viel Geld sie damit verplempert und machte nun seine finanziellen Ansprüche für seine Leistungen geltend. Dann rechnete er ihr vor, dass ihr Einkommen nicht reichte, um ihrer beider Ansprüche zu befriedigen und außerdem noch Geld für eine Blutwäsche oder andere Schönheitskuren auszugeben. Als er ihr versprach, dass er sich nicht daran störte, dass sie nicht schön sei und dass sie deshalb kein Geld für ihre Schönheit auszugeben brauchte, begann ihre Liebe einen unvermuteten Sturzflug.
Er war nicht davon zu überzeugen, dass die Blutwäsche nichts mit einer Schönheitskur zu tun hatte, denn er wusste genau, was Frauen für verrückte Sachen unternehmen, um schön zu sein. Als sie aus dem Krankenhaus zurückkam und einige Wertgegenstände als auch der Geliebte nicht mehr auffindbar waren, hatte die große Liebe ein Ende gefunden. Er hatte sie bestohlen und verlassen und war unauffindbar.
Doch auch die Liebe zu Thep war unwiederbringlich verloren, weil er eben nicht die sie befriedigenden Leistungen brachte, die sie nun mit ihrer großen Liebe im Bett kennengelernt hatte. Unangenehm war nur, dass sie niemand außer Thep kannte, mit dem sie sich unterhalten konnte. Der war lieb und nett, lud sie zum Essen ein und unterhielt sich mit ihr, doch On suchte die große Liebe, einen starken Mann, der sie beherrschte und ihr die glücklichen Nächte bescherte, die ihr nun alles bedeuteten und eine völlige Änderung ihres Lebens mit sich brachten.
In ihrer Kindheit hatte sie kaum Wärme und Zuneigung erlebt und so war es auch nicht das, was sie suchte oder geben konnte. Sie hatte kein soziales Leben mit Freunden kennengelernt, deshalb fehlte ihr auch die Gesellschaft nicht. Sie brauchte keinen Freundeskreis, keine Disko und keine Partys, aber einen Menschen, der ihr nahestand, ihr half, ihre Entscheidungen zu treffen oder einfach selbst entschied, kurz, einen Menschen, der in ihrer Nähe war, ihr das schlimme Gefühl des Verlassen Seins und der Einsamkeit nahm und sexuellen Hochgenuss versprach.
Sie war lange Jahre zufrieden gewesen. Sie hatte ein graues Leben akzeptiert, in dem es nur Alltage gab, in dem sie vollauf damit beschäftigt war, Geld zu verdienen und aufzupassen, ob Polizisten oder Kontrollen kamen. Das gesellschaftliche Leben hatte sie auf einen Menschen beschränkt, der in ihrer Nähe war, ohne dass sie viel für ihn empfunden hätte. Das gemeinsame Essen, eine kurze abendliche Unterhaltung bei laufendem Fernsehapparat und die gemeinsame Benutzung eines Bettes hatten ihr die Gegenwart eines Menschen signalisiert und Sex hatte eine sehr untergeordnete Bedeutung, eben nur als das Zeichen einer weiteren Gemeinsamkeit, einer körperlichen Nähe ohne tiefere Empfindungen.
Doch nun hatte sie zum ersten Mal einen Orgasmus kennengelernt und sie wusste sofort, dass es nur dieses Gefühl war, das ihr in ihrem Leben fehlte, und sie wusste, dass Thep ihr dieses Gefühl nicht geben konnte. Also kam er als Lebenspartner nicht mehr infrage. Sie brauchte einen starken Mann mit einem sportgestählten Körper und den wollte sie nun suchen. Da es wohl das Hobby der meisten Männer ist, eine Frau für eine sexuelle Gemeinsamkeit zu suchen, fiel es On auch nicht sonderlich schwer, Menschen kennenzulernen, die zu einem solchen Vergnügen geeignet schienen, doch blieben die Enttäuschungen nicht aus. Manche leisteten nicht das, was ihr Körper versprach, andere waren derart primitiv, dass sie nicht mit ihnen sprechen konnte und sich schämte, mit ihnen in der Öffentlichkeit gesehen zu werden. Zudem waren es diese Leute, die dann prompt erwarteten, von ihr ausgehalten und versorgt zu werden. Doch diese Beziehungen funktionierten nur kurze Zeit im Bett und waren ansonsten nur lästig. Doch in der Hoffnung, einen geeigneten Lebenspartner zu finden, gab sie weitaus mehr Geld aus, als sie sich erlauben konnte. Es war gut, dass Thep da war und ihr helfen konnte.
Thep ging es im Grunde so ähnlich, wie On. Er brauchte einen Menschen, der ihn führte und etwas antrieb und er konnte nicht alleine sein. Nun hatte On es zwar geschafft, ihm die Entscheidungen abzunehmen und ihm zu sagen, was er tun soll, aber das war nicht das, was sie gesucht hatte und nachdem sie nun einen leistungsstarken Partner suchte, war es ihr ausgesprochen unangenehm, als er sagte, er würde keine anderen Frauen mehr suchen, er liebe nur sie und wollte nur mit ihr leben. Allerdings durfte sie ihn auch nicht vor den Kopf stoßen, denn seine Bemühungen und seine Unterstützung waren für sie wichtig, insbesondere seit die Einnahmen wegen starker Konkurrenz und einer schwachen Wirtschaftslage zurückgegangen waren und die Ausgaben sich durch ihre ständige Partnersuche in teuren Etablissements wesentlich erhöht hatten.
Unter diesen Umständen war sie sogar bereit, sich mit einem Farang zu treffen, was sie stets weit von sich gewiesen hatte, weil diese Leute bekanntlich keine Bildung und keinen Anstand haben. Als einer, der nur etwas älter sein mochte, als sie selbst, sich große Mühe gab, öfter bei ihr im Laden erschien, um irgendwelche Sachen zu kaufen und sie mehrmals zum Essen einlud, um ihr näher zu kommen, ließ sie ihn sein Ziel erreichen. Doch dieses Treffen verlief sehr unangenehm und unbefriedigend. Nicht genug, dass sie sich kaum verständigen konnten, sah er sie nur als einen Gebrauchsgegenstand für wenige Minuten an. Als er fertig war, stand er auf, legte fünfhundert Baht auf den Tisch und ging. Er kam zwar später noch einmal zu ihr an den Stand, doch sie verwies ihn an ihre Gehilfin und sagte ihm, dass sie keine Zeit für ihn hatte, worauf er ging.
Ihre nächste Bekanntschaft war ein unverschuldet verarmter ehemaliger Thai-Boxer, der zwar kein Benehmen, aber einen muskelstrotzenden Körper hatte, weshalb sie sich viel von ihm versprach. Doch auch er sah sie nur als ein ihm nützliches Objekt, was sie ganz und gar nicht befriedigte. Der Mann entwickelte sein größtes Geschick im Versuch, von ihr Geld zu bekommen, doch da er ihr nichts bedeutete und in keiner Beziehung etwas geben konnte, lehnte sie glatt ab und warf ihn aus der Wohnung. Nun lud On immer öfter die Bekannten vom Markt und auch ihre Kunden zum Essen ein, sie veranstaltete öfter Partys und Feiern, weil dies die besten Gelegenheiten waren, Menschen kennenzulernen und sie hoffte, dabei endlich den Mann zu finden, der sie richtig liebt, sie glücklich macht und ihr sagt, was sie zu tun hat..
Aufgrund einiger unangenehmer Erfahrungen war es denn aber doch wieder ein Farang, von dem sie sich zum Essen einladen ließ. Nach dem dritten oder vierten Mal endete der Abend in ihrer Wohnung. Sie konnten sich zwar nur sehr mühsam verständigen, doch On empfand diese Bekanntschaft als sehr angenehm und sie trafen sich nun alle zwei oder drei Tage. Der Mann war auch nicht so geschmacklos, dass er ihr Geld auf den Tisch legte, doch nachdem sie sich einige Male getroffen hatten, brachte er neben einem Blumenstrauß eine hübsche, goldene Halskette mit einem Amethysten als Anhänger und später war es ein dazu passender Armreif. Wenn sie mit diesem Mann auch wegen der Verständigungsschwierigkeiten nicht leben konnte, so empfand sie doch eine Verbindung zu ihm, hatte etwas, worauf sie sich freuen konnte und sie genoss die abendlichen Treffen und ihr nächtliches Glück.
Thep hatte sich daran gewöhnt, dass On nur noch kam, um ihm ihre großen Probleme mit der Liebe zu schildern, oder um ihn um Geld zu bitten, weil sie wieder nicht klarkam. Außerdem hatte sie ihm gesagt, dass sie mit ihm grundsätzlich nicht mehr ins Bett geht, weil er nicht die Leistung bringt, die sie braucht und weil sie nichts davon hat. Abschließend hatte sie ihn damit zu trösten versucht, dass sie dennoch weiterhin gelegentlich bei ihm vorbeikommen wollte, um sich mit ihm zu unterhalten, was sie als eine großherzige Haltung ihm gegenüber verstand.
Das war allerdings nicht ganz das, was er suchte und so begann er, sich innerlich zu distanzieren und schon bald freute er sich gar nicht mehr, wenn sie kam, um ihn mit ihrem Liebesschmerz zu erfreuen oder nach Geld zu fragen. Es hatte sich auch so ergeben, dass ein Mädchen, das bei ihm arbeitete, aufhörte und zurück ins Dorf ging, weil es die krank gewordene Mutter pflegen musste. Thep suchte eine neue Mitarbeiterin und fand eine junge Frau, die frisch vom Lande kam, etwas hilflos war und auf keinen Fall in einer Bar arbeiten wollte. Sie zeigte sich als sehr gelehrig und sehr rührig. Sie tat nicht nur, was Thep ihr sagte, sondern sie schaute auch selbst, ob sie sich am Marktstand irgendwie nützlich machen konnte, kümmerte sich um eine schönere Dekoration, eine bessere Ordnung und insbesondere um Thep.
Da Thep alleine lebte, blieb es nicht aus, dass er sie hin und wieder zum Essen einlud, wobei er sich einredete, dass dies eine Belohnung für ihre gute Arbeit sei. Sie sorgte durch ihre Freundlichkeit für einen besseren Umsatz als auch dafür, dass Thep sie öfter einlud und dass sie sich näherkamen und zusammenzogen. Eines Tages fand sie sogar einen besseren Stand auf einem anderen Markt. Nachdem On sich schon längere Zeit nicht mehr bei ihm sehen lassen hatte, ging er nun zu ihrem Stand, um ihr zu sagen, dass er hier aufhört und einen Stand auf einem anderen Markt eröffnet. Doch On sagte ihm, sie hätte jetzt keine Zeit, sich mit ihm zu unterhalten, weil sie die Gewinne der letzten Woche zusammenrechnen und die Liste für den Einkauf schreiben musste. Als dann ein paar Stunden später der Farang kam, um sie zu besuchen, sagte sie ihm, dass er sich auf keinen Fall auf dem Markt sehen lassen darf, weil er sie damit in Verruf bringt und die Kunden verjagt. Er sollte am Abend zu ihrer Wohnung kommen.
Doch am Abend kam niemand und auch am nächsten Tag nicht. Dann wollte sie Thep ihr Leid klagen und erfuhr, dass er eine hübsche Freundin hat und weggezogen ist. Darauf weinte sie herzzerreißend. Wo er doch gesagt hatte, dass er sie liebt. Und nun hatte sie keinen Menschen, der sie liebt und ihr das Geld fürs Krankenhaus gab.
Aber wofür gab es schließlich die Farang, die so viel Geld haben. Sie musste sich mit einem Farang zusammentun, der sie richtig liebt und sie dafür richtig bezahlt, am besten mit einem reichen Farang, der hier lebte. Die Voraussetzungen schienen ideal, hatten sich doch schon mehrere Farang für Sie an ihrem Marktstand interessiert. Sie müsste die Suche also nur intensivieren, dorthin gehen, wo die Farang waren. Und so ging sie abends in Restaurants und an Bars und versuchte, so gut zu flirten, wie es ihr irgend möglich war und es dauerte nicht lange, bis sie Erfolge hatte.
Sie besichtigte mehrere Hotelzimmer und nahm ein paar Baht ein, doch fand sie nur Leute, die sie wenige Tage genossen, darunter aber weder jemand, der sie so liebte, wie sie es liebte, offensichtlich auch niemand, der sich als so spendabel zeigte, wie sie es erwartete und nicht einen einzigen, der hier lebte. Es waren Urlauber oder Geschäftsleute, die sich nur kurze Zeit in Pattaya aufhielten. Ganz schlimme und ungehobelte Leute waren das. Statt die Brieftasche zu zücken, wenn sie ihnen ihr Problem der lebenswichtigen Nierenspülung und dem dringenden Bedarf von 50.000 Baht anvertraute. Fast alle lachten und einige sagten ihr in etwa, sie hätte noch den Motorradunfall des Bruders, die im Krankenhaus liegende Mutter und die Landverpfändung des Vaters vergessen.
Die Zeiten als auch die Freundschaften erwiesen sich als so schlecht, dass sie zum Monatsende noch nicht einmal 40.000 Baht zusammenhatte. Trost fand sie bei ihren sich häufenden Barbesuchen darin, dass das drohende Fiasko der nicht realisierbaren Nierenspülung schon nach einigen Gläsern Johnny Walker gar nicht mehr so drohend erschien und sie die Nacht öfter in Gesellschaft verbrachte, wenn sie dabei auch nur selten das erlebte, was sie nun für die wahre Liebe hielt.
Angesichts des sich nähernden Todes hielt sie es für gerechtfertigt, sich diesen in Flaschen abgefüllten Trost nun auch während des Tages auf dem Markt zukommen zu lassen, bis der Glücksfall eintrat, dass ein Kollege aufgrund eines besonders günstigen Angebotes ihren Marktstand übernahm und ihr die Ware abkaufte. Nun hatte sie genug Geld für die überfällige Nierenspülung und Reserve für die nächsten zwei Monate. Nun konnte sie sich voll auf die Suche des reichen Farang konzentrieren, der mit ihr in Thailand leben wollte.
Etwas störend war, dass sie am frühen Morgen nichts mehr zu tun hatte und sich zunehmend von ihrem Flaschengeist trösten ließ, da es so gut wie ausgeschlossen war, zu dieser Zeit auf Ausländer zu stoßen. Die morgendlichen Erfolge begrenzten sich auf die Entdeckung, dass thailändische Alkoholika doch wesentlich preisgünstiger waren, als Johnny Walker und ihr am frühen Nachmittag zu einem ausgedehnten Gesundheitsschlaf verhalfen. Ihre abendliche Tätigkeit wurde von den Barfrauen, an deren Bar sie sich auf die Jagd begab, als sehr erfolgreich bezeichnet, doch On litt nun darunter, dass es keine echte Liebe gab auf der Welt und keine 50.000 Baht im Monat, und der ersehnte reiche Farang, der mit ihr in Thailand leben wollte, war nirgends zu finden. Auch ihre fortschreitenden Englischkenntnisse, die nun schon so weit reichten, dass sie Ausländern verständlich machen konnte, dass sie in Thailand leben und sie heiraten sollten, vermochten diesen Mangel nicht zu beheben.
Trotz der Dringlichkeit ihres Falles und aller Mühe, die sie sich gab, fand sie nichts weiter, als Interessenten für einen Abend oder eine Nacht, kaum einmal jemand, der mit ihr mehrere Tage verleben wollte, geschweige denn den reichen Farang, der sie heiraten wollte. Zwar traf sie Leute, die sich dafür interessierten, in Thailand zu leben, aber leider nicht jetzt und niemand schien auch nur auf den Gedanken zu kommen, mit ihr leben zu wollen. Das war völlig unverständlich, wo sie ihnen doch alles gab, was eine Frau ihrer Meinung nach einem Mann geben konnte, nämlich eine Möglichkeit, sich den Tag über mit ihr zu beschäftigen, wofür er dann abends mit ihr in sein Bett durfte, selbst wenn er nicht die geforderte heiße Liebe lieferte, sondern nur dafür bezahlte.
So gingen die nächsten drei Monate ohne die erwünschten Erfolge vorbei. Die Einnahmen dieser Zeit reichten gerade noch für die dritte Nierenspülung und nun stand sie wieder vor dem Abgrund; dem unweigerlichen Tod, wenn sie nicht bis zum nächsten Monatsende das erforderliche Geld aufbrachte. On kam auf einen guten Gedanken. Sie ging jetzt mit einigen Männern aus reiner Liebe ins Hotel. Das sollte sie auf den Gedanken bringen, dass sie keine Barfrau ist, die Geld braucht, sondern eine liebende Frau, für die man schon etwas ausgeben konnte, um ihr in ihrer Not zu helfen und mit ihr ein Leben lang gemeinsam zu verbringen. Doch die Farang waren schwer zu überzeugen und glaubten ihr die wahre Liebe nicht, obwohl sie ihnen diese Liebe wiederholt schwor. So bestand der einzige Erfolg dieser Taktik in geringeren Einnahmen.
Auch der Versuch, ihr Problem der anstehenden Nierenspülung einschließlich der damit verbundenen Kosten mitzuteilen, um einem willigen Spender rechtzeitig die Möglichkeit zu geben, Gutes zu tun, um nach seiner Wiedergeburt ein viel besseres Leben zu haben, brachte bei diesen Leuten keinen rechten Erfolg. Ganz im Gegensatz zu ihren Erwartungen schienen einige potentielle Kunden nach ihrer Mitteilung ihr Interesse an ihr zu verlieren und einer sagte ihr sogar ganz grob, dass sie für ihre Nierenspülung einmal etwas anderes als Seng Thip ausprobieren sollte. Ein anderer erklärte, dass er für 50.000 Baht die Auswahl hat, entweder einen Abend mit einer Frau zu verbringen, die ihm sagt, wie schlecht und herzlos die Welt und wie traurig das Leben ist, oder mit einhundert Frauen eine vergnügte Nacht zu verbringen. Er ließ sie raten, was er tun würde. Deshalb verzichtete sie bei ihren nächsten Kunden darauf, sich als On, die Frau mit einem schweren Nierenleiden, vorzustellen.
Die Zeit verstrich ohne die erforderlichen Einnahmen und On geriet langsam in Panik, was wieder zu erhöhter Einnahme der Beruhigungstropfen der Firma Seng Thip führte. Als die Nierenspülung längst überfällig war, fasste sie sich ein Herz und die Flasche, um nach einigen kräftigen Schlucken in ein anderes Krankenhaus zu gehen und dem Arzt zu gestehen, dass sie eine Nierenspülung braucht, dass sie wohl Geld für eine Behandlung hat, aber nicht genug für eine Nierenspülung. Sie fragte ihn, ob es denn keine preiswerteren Möglichkeiten einer Behandlung gäbe, beispielsweise durch Medikamente.
Nach ausführlichen Erkundigungen über ihren Gesundheitszustand als auch nach ihrem finanziellen Befinden führte er eine Untersuchung durch, die ein geradezu befreiendes Ergebnis hatte. Sie sei einer Leberzirrhose näher, als einem Nierenleiden, sagte der Arzt und versicherte ihr, dass sie in Zukunft auf die Nierenspülungen als auch auf ihr Leberspülungen verzichten und ein völlig normales Leben führen kann.
Da ihre freiberufliche Tätigkeit immer wieder Probleme mit den an einer Bar arbeitenden Frauen hervorrief und sie jetzt nicht mehr unter Druck stand, um ihr Leben kämpfen zu müssen, begann sie ihr normales Leben mit einer Anstellung in einer Bar. Hier waren in der letzten Zeit mehrere Frauen weggeholt wurden, die nun mit einem Ausländer lebten, womit die besten Chancen für ein glückliches Leben gegeben schienen. On fühlte sich auch nicht nur befreit, sondern geradezu glücklich. Sie brauchte nicht mehr um ihr Leben zu fürchten, war gesund und brauchte nun keinen Alkohol aus lauter Sorgen und zum Trost zu trinken, sondern konnte ihn zum Vergnügen genießen, was viel mehr Spaß machte.
Durch ihr nunmehr fast fröhliches Wesen fand sie auch mehr Kunden, doch es änderte sich nichts daran, dass sie zumeist nur für eine Nacht und selten für mehrere Tage ausgelöst wurde und nie von jemand, der mit ihr leben und sie heiraten wollte und auch die heiße Liebe, nach der sie sich so sehnte, war hier nur selten zu finden.
Es dauerte über ein Jahr, bis sie von einem älteren Mann ausgelöst wurde, der hier lebte. Seine Frau, mit der er über vier Jahre gelebt hatte, war nachhause gefahren und nicht wiedergekommen. Sie hatte ihm später geschrieben, dass sie bei sich in der Kreisstadt mit ihren Eltern lebt und ein kleines Restaurant betreiben will, dass sie dabei glücklicher ist, als bei ihm und sich um ihre Kinder kümmern kann, die er nicht sehen wollte. Sie bedankte sich bei ihm für seine Unterstützung, die ihr die Eröffnung des Ladens ermöglicht hat und wünschte ihm alles Gute.
Doch er hielt es mit On keine vier Wochen aus. Sie war sehr verwundert, als er sagte, er brauchte keine Frau, um die er sich den ganzen Tag kümmern muss, weil ihr langweilig ist und weil sie nicht verstehen kann, dass sie nicht der einzige Mensch auf dieser Welt ist, die glaubt, dass es seine Lebensaufgabe ist, ihr die Langeweile zu vertreiben und sie zu bedienen, weil sie zu faul ist, etwas zu tun. Dann beschwerte er sich noch, dass sie weder putzt noch kocht, sich noch nicht einmal hingesetzt hat, um Englisch zu lernen, sondern ihre Zeit vor dem Fernseher verbringt.
Die reichen Thai hatten zum Kochen und Putzen Personal, im Restaurant konnte man viel gemütlicher essen und schließlich hatte er sie als Ersatz für seine Frau genommen, weil er mit ihr ins Bett wollte. Er hatte nicht gesagt, dass er mit ihr Englisch sprechen wollte. Und sie war sogar mit ihm ins Bett gegangen, obwohl sie ihn dort eher als Versager erlebte und keinen großen Spaß daran hatte. Sie erhielt ihr Geld für einen Monat und ging wieder zurück in ihre Bar, wo sie nun versuchte, einen feurigen Liebhaber zu finden, der sie heiraten wollte.
Während der nächsten Monate fand sie zwar Liebhaber, aber nur die allerwenigsten waren feurig und keiner wollte in Thailand mit ihr leben. Dann kam der Rupert, der früher nur in Urlaub gekommen war und nun in Thailand bleiben wollte, um hier seinen Lebensabend zu verbringen. Er war schon nicht mehr der Jüngste und suchte kein kleines Mädchen. Deshalb kam er auf den Gedanken, On sei die richtige Frau für ihn, sie gefiel ihm vom Aussehen her am meisten.
Doch auch er war nicht ihr Lebensglück. Er war ein ruhiger Mensch, der nur nicht alleine leben wollte und nicht viel Interesse an Ons Hobby hatte, den heißen Liebesnächten. Aber er hatte gehofft, dass On die Chance wahrnimmt und nun Englisch lernt und sich bemüht, mit ihm zusammenzuleben. Es dauerte keine vier Wochen, bis er entdeckte, dass er keinen Menschen braucht, der den ganzen Tag nur vor dem Fernseher sitzt, und sie meinte, dass sie keinen Mann braucht, der im Bett nichts taugt. So erhielt sie ihr Geld für einen Monat und ging zurück zur Bar.
Einige Monate später löste der Edgar sie aus. Das war ihr Traummann. Im Bett war er einfach fantastisch, und dann war er den ganzen Tag mit ihr unterwegs, verbrachte seine Zeit in Restaurants, an Stränden, mit Ausflügen und die Abende an Bars. Bei ihm wurde es nicht langweilig und sie wartete auf die einmaligen Nächte mit ihm. Doch während sie noch meinte, er würde jetzt ein Haus kaufen und mit ihr in Thailand leben, eröffnete er ihr, dass sein Urlaub zu Ende sei, dass er nur gesagt hat, er will vielleicht später einmal in Thailand leben. Jetzt aber wartete seine Frau mit zwei Kindern auf ihn. Und er ließ sich nicht überreden, schon jetzt mit ihr in Thailand zu leben und sie zu heiraten.
Wieder vergingen einige langweilige Monate mit den üblichen Kunden, was nur hin und wieder einmal zu der so ersehnten heißen Nacht und absolut nicht zu dem ersehnten Reichtum führte. Doch dann kam eines Tages der Jean aus Belgien. Gleich in der ersten Nacht wusste sie es: Jean war der Mann ihres Lebens. Er war im Bett noch besser, als Edgar und er war auch während des Tages gut drauf. Er war ständig mit ihr unterwegs, ohne dass sie sich dabei anstrengen mussten. Er schien aus dem Vollen zu schöpften, ging mit ihr nur in die besten Lokale und warf das Geld zum Fenster hinaus, was ihr enorm imponierte.
Schon nach zwei Wochen waren sie sich einig: Das war das Leben, das sie suchten. Jean wollte sie heiraten. Sie brauchte bei ihm nicht zu putzen und nicht zu kochen und sie musste auch kein Englisch lernen. Er würde sie nach Belgien mitnehmen und heiraten. Dort brauchte sie nichts weiter zu tun, als das, was er ihr sagte, und was sie jetzt auch tat. Er würde ihr deswegen ganz bestimmt keine Vorwürfe machen, ganz im Gegenteil, er wollte dafür sorgen, dass sie am Tag zwischen zwanzig und vierzig Kunden hatte, die alle mindestens einhundert Euro zahlten. Sie würden dabei wie im Himmel leben, im Luxus schwelgen und reich werden. On hatte schon öfter gehört, wie viel die Frauen in Europa mit Sex verdienen und für sie war es fast noch wichtiger, dass sie bei dieser Anzahl von Männern sicherlich öfter welche traf, die die echte Liebe beherrschten und sie glücklich machten. Dafür würde sie dann soviel kassieren, wie sie hier vielleicht in einer ganzen Woche erhielt. Und dabei war sie eine ehrbare Frau, die einen liebenden Ehemann hatte, für den sie nicht zu arbeiten brauchte und der ihr auch noch so viel Sex erlaubte, wie sie haben wollte.
Schon für den nächsten Abend wurde die Verlobungsfeier in der Bar angesetzt, es wurde groß eingekauft. Am nächsten Tag wurden die Speisen zubereitet und am Nachmittag die bunten Luftballons aufgeblasen und aufgehängt, damit jeder sehen konnte, dass hier eine große Party stattfindet, die tatsächlich ein rauschendes Fest wurde. On musste nun ihre Papiere zusammensammeln. Mit Hilfe eines Anwaltsbüros wurde ein Heiratsvisum beantragt, über das die Botschaft allerdings erst in etwa zwei Monaten entscheiden konnte.
Die Abschiedsfeier für Jean war wieder ein großes Fest und im wahrsten Sinne des Wortes berauschend. On konnte sich am nächsten Tag gar nicht mehr richtig an die späteren Stunden des Abends erinnern. Doch das war nicht tragisch, Jean hatte sich schon für seine Rückreise nach Belgien vorbereitet, ließ sie im Bett liegen und versprach, auf sie zu warten und sie abzuholen, sobald sie das Visum erhielt. Nach einer letzten Umarmung fuhr er zum Flughafen.
Es dauerte gut zwei Monate, bis sie die Benachrichtigung erhielt, dass sie ihren Pass mit Visum auf der Botschaft abholen kann. Sie benachrichtigte sofort ihren Jean, der wegen der Schwierigkeit, einen Platz in einer Maschine nach Bangkok zu buchen, einen Monat später kam und sie an der Bar traf, um sie nach Belgien mitzunehmen. Er hatte auch zwei junge Männer aus Belgien mitgebracht, die eben erst geschieden worden waren und thailändische Frauen heiraten und nach Belgien mitnehmen wollten. On wunderte sich, dass ihre Kolleginnen gar kein Interesse hatten, diese Männer zu heiraten. Wahrscheinlich hatten sie Angst vor dem Ausland, meinte sie, obwohl man da doch so viel Geld machen konnte. Da es wohl einige Wochen dauern konnte, bis die Freunde die richtige Frau gefunden hatten, flogen sie nach einer rauschenden Abschiedsfeier ab nach Belgien in eine glückliche und reiche Zukunft, glaubte On.
Sie kamen auf einem Flugplatz an, auf dem sie kein Wort lesen konnte, doch Jean half ihr. Er nahm ihren Reisepass, legte ihn zusammen mit seinem vor und nach der Kontrolle und dem Abstempeln steckte er beide Pässe ein und teilte ihr mit, dass sie ihren Pass nun nicht mehr brauchen würde. Bei ihm wäre sie sicher. Das war das Gefühl, dass sie jetzt brauchte, denn sie konnte sich hier überhaupt nicht zurechtfinden, ja noch nicht einmal den Ausgang des Flughafens finden, denn nirgends war ein Hinweis in Thai und diese komischen englischen Buchstaben konnte sie nicht lesen. So war sie froh, dass Jean sie zu sich nachhause mitnahm, auch wenn er sie nicht in das große Haus brachte, dass sie erwartete hatte, sondern nur in ein kleines Apartment. Aber er sagte ihr gleich, dass sie hier nur bis zur Hochzeit leben wird und dann einen besseren Platz bekommt.
Sie wartete ungeduldig auf diese Hochzeit, obwohl die Zeit mit ihm nicht unangenehm war, sondern nur etwas langweilig. Sie gingen viel aus und trafen sich mit jungen Leuten. Es war genauso, wie zuvor in Thailand, nur, dass sie kein Wort verstehen konnte und dass es keine thailändischen Zeitschriften und kein Fernsehen gab. Außerdem ist natürlich eine Hochzeit ein ganz außerordentliches und einmaliges Erlebnis mit vielen Mönchen, Gästen und vielen Geschenken, von denen die meisten aus einem Kuvert mit einigen schönen Geldscheinen bestanden, die ihr reicher Farang sicher nicht brauchte.
Es kam der Tag der Hochzeit auf einem Amt. Jean stieß sie an, als ihr Einsatz kam, dann streiften sie sich die Ringe über. Anschließend fuhren sie in ein Restaurant, wo Jean ihr ein Reisgericht bestellte, dass sie nicht kannte und nicht schmeckte. Dann saß sie mit seinen Freunden und verstand kein Wort. Bis sie Jean nach der Feier fragte und der sagte, sie würden gleich losfahren. Bald sagte er, sie soll mit zwei seiner Freunde mitfahren, er müsste noch etwas erledigen und würde später nachkommen.
Die Freunde fuhren mit ihr in ein Haus, in dem zwei Männer die Tür öffneten und sie in ein Zimmer brachten. Sie warfen einen Bikini auf den Fußboden, bedeuteten, sie soll den anziehen, aber sie sprachen kein Thai und schlossen die Tür hinter ihr. Als sie wiederkamen und sie sich nicht umgezogen hatte, wurde sie verprügelt, ausgezogen und vergewaltigt. Dann kam ein Mann, den sie ablehnte. Darauf wurde sie wieder verprügelt. Beim nächsten Mann zog sie den Bikini aus. Danach kam sie in einen Raum, in den Männer kamen und sich Frauen aussuchten. Doch niemand sprach Thai. Darauf kamen ständig neue Männer, viele Monate, und keiner sprach Thai. Dafür erhielt sie zwei Teller Reis am Tag.“

Dieses Buch ist überarbeitet und neu veröffentlicht. Es ist auch bei Amazon als E-Book 2,99 € und Taschenbuch 19,25 € ins Ausland zuzüglich Versand zu kaufen

Informationen über mich findet ihr in meinen Büchern, bei FB wenn ihr Euch die Mühe mach dort meine umfangreiche Chronik zu studieren (aber auch meine Kommentare, denn da teile ich sehr viel über mich mit), aber auch hier auf meinem Blog

Wer schöne Bilder mag, hier geht es zu meinem Foto Blog

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