Fremde suchen Gleichgesinnte

 

Auch für dieses Buch wird noch ein/e Übersetzer/in für Englisch und Spanisch.
Neue überarbeitet Veröffentlichung meines Buches „Fremde suchen Gleichgesinnte“.
Zur Veröffentlichung hier nun ein Kapitel aus dem Buch. Viel Spaß beim lesen.

„DIE AUFKLÄRUNG MIT DER KILLERBIENE

Es kann für einen wohlmeinenden Vater recht schwierig sein, einen Sohn richtig aufzuklären, insbesondere dann, wenn die eigene Aufklärung sehr dürftig war. Wenn der Sohn dann mit fortschreitendem Alter trotz hartnäckigen Wartens keine Anzeichen zeigt, sich um die ersehnten Enkelkinder zu bemühen und man ihn noch nicht einmal in weiblicher Begleitung sieht, so macht sich tiefe Besorgnis breit und dann muss Pattaya helfen.
Papa war Maschinenbauer, sein Sohn war Programmierer und seine Frau war katholisch. Aber das Leben verlief ohne tiefgreifenden Streit. Freilich war es nicht des Sohnes größter Wunsch gewesen, auf den Namen Matthäus getauft zu werden, sondern der Wunsch seiner Mutter. Doch zu der Zeit, zu der Matthäus dahinterkam, war es schon zu spät, um etwas daran zu ändern und so ließ er sich Matt nennen, in der Hoffnung, dass man dann annahm, er würde vielleicht nur Matthias heißen, was er für schlimm genug hielt. Doch ansonsten begegnete man sich mit weitgehender Toleranz und vornehmer Distanz auf Gegenseitigkeit. Die Familienmitglieder verließen am Sonntagmorgen zusammen das Haus rechtzeitig zur Zeit der Spätmesse. Während Papa zum Frühschoppen abbog, ließ er seine Frau mit dem Sohn in die Kirche gehen, was den Vorteil hatte, dass sie dabei weniger Geld ausgab und auf den Jungen aufpasste. An den Wochentagen ging sie morgens in die Kirche und kam zu weiterem Beten nachhause, während er Maschinen bauen durfte, was den Vorteil hatte, dass er dabei weitaus besser verdiente.
Er hatte zwar eine schöne große Wohnung, konnte aber nicht behaupten, dass er sich dort besonders wohl fühlt, deshalb kümmerte er sich bevorzugt um die nötigen Überstunden oder die nachbarschaftlichen Kontakte in dem in direkter Nähe gelegenen Kommunikationszentrum, das den schönen Namen ‘Bei Fritze’ hatte, während sie sich gemeinschaftlich mit frommen Frauen um eine Erhöhung der Teeimporte, eine Verbesserung der Konditoreiumsätze, den guten Glauben sowie die fromme Erziehung ihres Matthäus kümmerte. Das wiederum hatte den Vorteil, dass viele Reibungspunkte vermieden wurden und ein frommer, gehorsamer, störungsfreier und lernbegieriger Sohn heranwuchs. Schon in dessen zartem Alter von zwölf Jahren gab die Mutter sich alle Mühe, ihn von allen Gelegenheiten fernzuhalten, zu denen er gefahrdrohenden Mädchen mit verderblichen Einflüssen begegnen könnte, um der teuflischen Fleischeslust vorzubeugen.
Mit tiefer Genugtuung bemerkte sie, dass er selbst mit sechzehn Jahren noch ein stiller Junge war, der sich nur der Schule und den Lehrbüchern widmete, keine Freundin hatte und nur selten mit Freunden außer Haus ging. So war sie sehr stolz auf ihre Erziehung. Allerdings bemerkte sie schon bald darauf, dass es wohl ein Fehler gewesen war, ihn lernen zu lassen und aufs Gymnasium zu schicken. Dieses Gefühl beschlich sie das erste Mal, als er sich eines Tages bei ihr bedankte, dass sie ihm in seiner Kindheit so schöne Geschichten erzählt hat und hinzufügte, dass sie wohl übersehen hat, dass er schon zur Schule ging und dass es nun nicht mehr erforderlich sei, ihm die vielen alten Märchen von Schneewittchen, Frau Holle, Knecht Ruprecht, dem Weihnachtsmann, Rumpelstilzchen, dem lieben Gott, dem Osterhasen, dem Fegefeuer und Rapunzel auch jetzt noch zu erzählen. Irgendwann im Leben des Menschen kommt der Tag, an dem er sicher ist, diese Märchen schon ausreichend zu kennen und die Lust an den Wiederholungen verliert, bemerkte er.
Welch verderblichen Einfluss die Bücher gehabt hatten, die er las, erkannte sie deutlich daran, dass er noch nicht einmal mehr mit ihr zur Kirche ging. Doch er verhielt sich ansonsten weiterhin musterhaft und unterlag keinen nun befürchteten teuflischen Einflüssen. Er verbrachte zwar seine Freizeit einschließlich der Abende zunehmend außer Haus, da er aber versicherte, dass er mit den Kindern frommer Eltern lerne und sie auch keinerlei Klagen zu hören bekam, war sie beruhigt und redete sich ein, dass ihr vorbildlicher Sohn anderen Schülern hilft, die vielleicht in der Schule nicht so gut mitkommen. Musterhaft bestand er das Abitur und begann ein Studium der Elektronik. Erst als er bereits auf die neunzehn Jahre zuging, bemerkte die Mutter, dass er doch in diesem Alter bereits verpflichtet war, ihr die ersten Frauen vorzuführen, damit sie jene auswählen konnte, von der sie sich ihre Enkelkinder erwünschte. Doch nichts dergleichen geschah und es verging ein weiteres Jahr, bis die liebende Mutter ihren Gemahl spontan aufforderte, seinen Sohn nunmehr umgehend aufzuklären.
Der versuchte, sich an seine Aufklärung zu erinnern, aber die hatte er vor allzu langer Zeit nur sehr unvollständig genossen und er hatte nur noch sehr schwache Erinnerungen aus der Biologiestunde, wo man ihnen etwas über Blüten und Bienen erzählt hatte und in der Religionsstunde hatte man ihnen gesagt: „Du sollst nicht begehren Deines Nächsten Wein, Weib und Gesang“, oder so ähnlich. Er konnte auch nicht von seiner Frau verlangen, dass sie die Aufklärung durchführt, denn die hatte noch weniger Ahnung. Tatsächlich hatte er sie selbst aufgeklärt, ohne dabei allerdings die Theorien zu berücksichtigen, nur nach der Naturmethode, die er bei seinem Sohn kaum anwenden konnte. So wartete er denn so beharrlich wie vergeblich auf ein Wunder oder auf eine Frau, die sein Sohn nachhause brachte.
Weder das Warten noch das ständig zunehmende Nörgeln konnte er länger ertragen, als sein Sohn 25 wurde, schon deutlich sichtbare Anzeichen von Haarausfall, aber noch nicht das erste Anzeichen einer weiblichen Begleitung zeigte. Da er selbst kurz zuvor zu seinem fünfzigsten Geburtstag anlässlich von Massenentlassungen auf das Angebot einer Frühpensionierung eingegangen war, hielt er die Zeit für günstig, seinen Sohn zu einem gemeinsamen Urlaub in Pattaya einzuladen. Lange hatte seine Frau mit ihm über das anstehende Problem einschließlich der damit verbundenen Versuchungen gesprochen, doch der Wunsch nach eigenen Enkelkindern, die so süß sind und mit denen man sich als amtlich anerkannte Großmutter pausenlos beschäftigen kann, war so groß, dass es sie nicht störte, auch ihren Mann jener Verführung auszusetzen, die ihrem Sohn die Kenntnis der Nützlichkeit als auch der gesellschaftskonformen Verwendbarkeit einer Frau vermitteln sollte. Er sollte nun endlich erfahren, dass die Beschäftigung mit Frauen sich nicht ausschließlich darauf beschränken musste, sie zum Essen einzuladen, ihnen den Vortritt zu überlassen und Blumen zu überreichen.
Zudem hatte sie ja noch einen Trumpf in der Hinterhand. Sie würde zu dieser Zeit an einer Wallfahrt teilnehmen und Gott könnte es unmöglich zulassen, dass ihr Mann einer teuflischen Versuchung erlag, während sie sich auf einer Wallfahrt befand. So hatte sie selbst mit Vater und Sohn Zeit und Durchführung der Reise besprochen, sich im Reisebüro mit zarter Andeutung des Reisezwecks beraten lassen und eigenhändig die Buchungen durchgeführt, um sich des Erfolges absolut sicher sein zu können. Hierfür sollte ein bekanntes Hotel im Zentrum der Stadt sorgen, dass von vielen Bars mit einer reichhaltigen Auswahl hübscher und anregender Frauen umgeben war.
Für die fromme Mutter war es selbstverständlich, dass solche Frauen unmöglich für eine Partnerschaft und schon gar nicht für eine Ehe geeignet sein konnten, aber sie war sich deshalb umso sicherer, dass eine dieser Frauen ihrem Kleinen die biologische Funktion als auch die rechte Lust beibringen konnte, die sie zwar als äußerst störend in einer Ehe, jedoch als unumgängliche Voraussetzung für die Entstehung von Enkelkindern ansah.
Matt hatte die Reisevorbereitungen belustigt zur Kenntnis genommen, allein schon deshalb, weil mit keinem Wort der Zweck der Reise erwähnt worden war. Seine wiederholten Fragen waren lediglich mit dem Hinweis auf das warme Klima, auf die dringend notwendige Erholung und einem Themenwechsel beantwortet worden. Wenn jedoch seine überfromme Mutter ihren Mann und ihren Sohn ausgerechnet nach Pattaya schickte, so musste dies zwangsläufig einen tieferen Grund haben. War sie vielleicht eines übereifrigen Herrn Gemahls müde geworden, oder sollte der Plan einer Anregung seines Interesses an Frauen dienen, um eine Heirat herbeizuführen? Während über weibliche Bekanntschaften, Freundinnen oder gar Sex zuhause nie gesprochen werden durfte, hatte seine Mutter doch mit zunehmender Häufigkeit davon gesprochen, dass es Zeit wurde, ihr die Frau vorzustellen, die er möglicherweise zu heiraten beabsichtige, damit sie ihm mit dem kostbaren Rat einer erfahrenen Mutter den rechten Weg als auch die rechte Frau zeigen kann, damit die Ehe auch wirklich mit dem Segen des Herrn geschlossen und gottesfürchtig verlaufen wird. Da sie dabei stets äußerte, dass solch eine Frau selbstverständlich keusch sein, religiös erzogen, anständig angezogen und eine fromme Katholikin sein müsse, verzichtete Matt auf Berichte und Vorstellungen. Er hatte gar nicht vor, zu heiraten, sicher keine Katholikin und keine Frau nach den Vorstellungen seiner Mutter, die er nicht nur für sehr antiquiert, sondern geradezu für hinderlich hielt. Er wusste sehr wohl, dass seine Mutter auf dem Umweg über die Frau, die er heiraten sollte, versuchen wollte, ihn wieder in den Schoß der katholischen Kirche zu klemmen, doch er wollte keine Ehe führen, wie sein Vater sie sein Leben lang erlebt hatte und meinte ganz im Gegensatz zur Familientradition, er hätte noch viel Zeit, die Freuden des Lebens zu genießen.
Genau das tat er mit seinem Papa, als sie sich nach der Ankunft im Hotel in Pattaya etwas ausgeruht hatten. Die Mutter hatte zwei nebeneinanderliegende Zimmer gebucht, ‘damit sie nicht so beengt leben, wenn sie sich erholen wollen’. Sie wollten gegen 18 Uhr gemeinsam losgehen, doch Matt war schon einige Zeit vorher aufgestanden, um sich im Empfangsraum über die Sitten des traditionsreichen Urlaubsressorts zu informieren. Er traf einen Computerfachmann, der ihm sagte, die Angebote in Pattaya wären ganz einfach zu verstehen und zu bedienen. Ganz Pattaya wäre ‘WYSIWYG’, zu Deutsch: ‘Was du siehst, ist das, was du bekommst’, oder anders ausgedrückt, man kann alles bekommen, was man sieht. Für Mädchen und Frauen, die an den Bars an Langeweile als auch an konstanter Armut leiden, zahlt man eine Auslösesumme, meistens 200 Baht, und an Go Go-Bars etwas mehr, wenn man sie näher kennenlernen will. Das ist für den Barinhaber offiziell die Entschädigung für die entgangene Arbeitszeit der Ausgelösten. Und was diese dann in ihrer Freizeit tun oder nicht tun, geht ihn ja nichts an.
Was man mit den ausgelösten Barmädchen unternimmt und wie nahe man sie dann kennenlernt, ist von den persönlichen Wünschen als auch vom individuellen Verhandlungsgeschick abhängig. In vielen Fällen wird der Kunde seine Wünsche oder Vorstellungen äußern und die Frau wird ihre ganz persönlichen Bedürfnisse in Zahlen ausdrücken. Es gibt kein Gesetz, nachdem es verboten ist, mit der Frau spazieren zu gehen oder sich in ein Restaurant zu setzen. Üblicherweise ist das Ziel des Auslösens jedoch ein gemeinsamer Besuch des Hotelzimmers. Wenn er seine Wünsche nicht äußert und sie keinen Preis verlangt, dann wird stillschweigend angenommen, dass sie gemeinsam sein Hotelbett besuchen und dass sie dafür 500 Baht oder je nach Leistung auf freiwilliger Basis auch mehr bekommt. In vielen Fällen werden die Mädchen je nach Erfahrung, Vorstellungsvermögen oder Leistungsbereitschaft aber auch 700 Baht, 1.000 Baht oder mehr verlangen. Dann liegt es am Kunden, zu überlegen, ob er es hier mit einer sehr erfahrenen Lady zu tun hat und er muss entscheiden, ob es ein Vergnügen sein mag und wie viel es ihm wert ist. Feilschen ist nicht geraten, weil die glückverheißenden Damen ihren Dienst dann recht lustlos versehen. Es ist einfacher, eine andere Lady zu finden. Wer aber glaubt, dass er nach genossener Leistung eine vereinbarte Summe nicht zu zahlen braucht, wird erleben, dass die Mär von den ‘sanften Asiatinnen’ ein Gerücht ist, das sich nicht auf zahlungsunwillige Kunden bezieht und dass diese süßen Engelchen sich flugs in Racheengel mit vielen Freunden und Bekannten verwandeln können.
Solchermaßen informiert verließ Matt mit seinem Vater das Hotel, um einen kleinen Spaziergang zu unternehmen. Hierbei sahen sie, wie die Ladies von Taxis und Motorrädern vor ihren Wirkungsstätten abgeladen wurden, ihr der Arbeitszeit angepasstes Frühstück bestellten, sich in ihre Arbeitskleidung zwängten und durch einen neuen Anstrich des Gesichts als auch der Fingernägel gebrauchsfertig machten. Während sie noch durch die Straßen gingen, füllten sich die Bars, die Abendlichter begannen zu erstrahlen und vereinzelte Bars begannen, ihre Kunden durch das Einschalten sirenengleicher Lautsprecheranlagen anzulocken. „Sollen wir uns die Bienen einmal anschauen?“, lockte Papa und Matt wunderte sich über seine Ausdrucksweise. “So nennt man diese leichten Mädchen“, erklärte Papa, der glaubte, hiermit einen wichtigen Schritt in Richtung der nunmehr beginnenden Aufklärung getan zu haben. Seinem offensichtlich ahnungslosen Sohn gegenüber fühlte er sich auf diesem Gebiet als Fachmann. Sie gingen an eine Bar, an der die Mädchen offensichtlich noch nicht ausgeschlafen hatten, dekorativ über der Theke hingen und noch nicht flügge schienen. Da der Durst sie noch nicht quälte, gingen sie weiter an den Strand und unterhielten sich. Als sie zurückkamen, hatte sich die Bar Szene belebt und die Auswahl schien wesentlich größer. Verwundert schaute Papa sich um. Er glaubte, nun die Auswahl der Frauen treffen zu müssen, die Matt zu seinem ersten Geschlechtsverkehr führen konnten. Während sie an einigen Bars vorbeidefilierten, sah er einige äußerst ansprechende und verlockende Figuren und sagte Matt: „Lass’ uns hier einen Moment hinsetzen.“ Sie wurden jubelnd empfangen, sofort wurden sie von Mädchen bestürmt, die ihnen um den Hals fielen, sich ihnen auf den Schoß setzten, mitgenommen werden wollten und Ladydrinks verlangten.
Papa meinte, hier wären sie am richtigen Platz und war sicher, dass sich die Mädchen um seinen noch nicht geratenen Sohn kümmern würden, der offensichtlich besonders starke Anreize brauchte. Sie bestellten einige Getränke, spielten verschiedene Spiele und unterhielten sich mit zwei Mädchen, die viel von ihrem Körper sehen ließen. Die eine der beiden ‘Bienen’, die einen recht dunklen Teint und feurige Augen hatte, identifizierte Matt ohne jeden Zweifel als Killerbiene. So war er recht erstaunt, als Papa ihn fragte: „Sollten wir diese zwei Mädchen nicht zum Abendessen einladen?“
Papa hatte offensichtlich über den Ablauf der Bekanntschaftssuche in Pattaya keine Ahnung. Sehr formell lud er die zwei Ladies zum Abendessen ein, die ihn zunächst überhaupt nicht verstanden. Doch als Matt stillschweigend vierhundert Baht über die Theke schob und sie anblinzelte, hatten sie bereits ohne Wörterbuch und nähere Erläuterungen verstanden, schnappten sich ein Jäckchen sowie ihre Handtaschen und gingen mit. Sie aßen nicht viel und sie sprachen nicht viel, da die Unterhaltung etwas holperig war, weil Papa auch nicht gerade sehr viel Englisch sprach. Matt zögerte das Essen durch anschließende Getränke etwas hinaus, weil er mit den Mädchen sprechen musste, ohne Papas Aufmerksamkeit zu erregen. Seine Auswahl der zwei Mädchen, die gerade vor ihnen gestanden hatten und die formelle Einladung zum Abendessen, überhaupt sein zurückhaltendes, ja, geradezu steifes Verhalten gegenüber der Weiblichkeit, ließen eine gewisse Hilflosigkeit vermuten. Konnte es vielleicht möglich sein, dass die ‘Kathole’, wie er seine Mutter heimlich nannte, mit ihren dauernden Moralsprüchen oder vielleicht gar mit ihrem Verhalten in seinem Vater eine Sperre gegenüber Frauen aufgebaut hatte? Dann hatte er jedenfalls die richtigen ‘Bienen’ ausgesucht, die sicher in der Lage waren, ihn entsprechend aufzuheitern, auch wenn diese Auswahl ein Versehen aus Ahnungslosigkeit gewesen sein sollte.
Endlich ging Papa auf die Toilette und gab Matt damit die langerwartete Gelegenheit, mit den Mädchen zu sprechen. Zu den geschäftlichen Absprachen gehörte, dass sie zum Hotel mitkommen, wo er dafür sorgen wollte, dass die Killerbiene in Papas Zimmer hineinkommt, und dass sie sich beim Frühstück treffen und sie ihr Geld bekommt. Ohne Fleiß kein Reis. Sie meinte zwar noch, dass sie viel lieber mit ihm in sein Zimmer mitkommt, um ihre Fähigkeiten zu zeigen, doch er erklärte, dort wäre schon jemand.
Während Papa nach seiner Rückkehr noch eine Runde Getränke bestellte, erklärte Matt, dass sie danach besser das Restaurant verlassen sollten, weil es sonst für das letzte Getränk im Hotel zu spät würde, was Papa einsah, zumal er die angenehme Begleitung dann ja noch nicht verlor. Tatsächlich dauerte das letzte Getränk im Hotel noch etwas länger und wurde hin und wieder erneuert, bis Papa sicher war, nun die richtige Bettschwere zu haben.
Nach Bezahlung der Rechnung gingen sie gemeinsam zu ihren Zimmern, was Papa etwas verunsicherte. Doch als Matt ihm erklärte, dass dies eine alte Tradition sei und ihn sanft mitsamt Killerbiene in sein Gemach schob, wagte er keinen aktiven Widerstand und wartete auf das, was da kommen sollte.
Es beruhigte ihn, dass von ihm zunächst keine Aktivitäten gefordert wurden. Er war bereits überfordert, als er das erste Mal in seinem Leben der Todsünde ins Auge sah, einer Frau, die nur mit Wind bekleidet war, wie es auf Thai so schön heißt. Er bemerkte zuerst, dass das Bild dieser Todsünde ihn gar nicht sehr abschreckte und dann, dass sie gar nicht so fürchterlich sein konnte, wie seine Frau es ihm immer angedroht hatte. Ganz im Gegensatz zu seiner Frau Gemahlin fand er diese Todsünde sehr appetitlich und anregend. Bald erfuhr er, dass es diese Todsünde in mehreren Variationen gibt. Mit seiner Frau hatte er nur jene gekannt, bei der die Frau weitgehend bekleidet die Position einer Scheintoten einnimmt, und die nur zur Produktion eines neuen Familienmitgliedes durchgeführt werden durfte, um keine Todsünde zu sein, die umgehend ins Fegefeuer führt.
Am nächsten Tag traf Papa seinen Sohn, der bereits mit seiner Begleitung am Frühstückstisch saß und bekundete: „Ich glaube, ich habe einen schweren Fehler begangen.“ Auf Matts scheinheilige Frage: „Was für einen Fehler, bist Du vielleicht zu früh aufgestanden?“, überlegte er einen Augenblick und sagte dann langsam: „Ich bin nur noch nicht sicher, ob ich den Fehler gestern oder vielleicht schon viel früher begangen habe.“ Doch Matts Versuch, tiefer in seinen Papa zu dringen, blieb erfolglos. Der erklärte nur: „Laß’ mich noch ein bisschen nachdenken.“ Und Matt war sich gar nicht sicher, was er damit meinte. Erst dann, als Papa gar keine Anstalten machte, die personifizierte Todsünde zu verabschieden, sondern nach dem Frühstück ein neues Treffen in der Bar vereinbarte, schöpfte er einen Verdacht. Sollte der Vater, den er nie bei einer Umarmung oder auch nur einer Berührung der Mutter gesehen hatte, der nie eine sexuelle Bemerkung gemacht hatte, ein versteckter Wüstling sein, der heiße Nächte genoss?
Sie gingen an den Strand, tranken einen Kaffee und später ein Bier, bevor sie essen gingen, doch Papa schien sehr in Gedanken zu sein. Zu Beginn des Essens riss er sich von seinen Gedanken los, teilte einige Beobachtungen über Pattaya, als auch über die Mädchen mit und fragte Matt nach dem Essen nach seinen nächtlichen Erfahrungen mit seiner Begleiterin. Er war sehr erstaunt, als der erzählte, es sei ein etwas fremdes Gefühl, mit einer Frau ins Bett zu gehen, mit der man sich nur sehr mangelhaft unterhalten kann, die man kaum kennt, während es doch normalerweise die Übereinstimmungen, die gleichen Interessen und gleichen Meinungen sind, die die Anziehung ausmachen und Grundlage der Gemeinsamkeit sind. Aber das Mädchen, das er mitgenommen hatte, war einfach nur ruhig, natürlich und freundlich gewesen. Dadurch entstanden überhaupt keine Spannungen, und als es verhalten auf ihn zuging und sich nachher auszog, schien es ihm ganz natürlich, mit dieser Frau ins Bett zu gehen.
Erstaunt fragte der Vater, ob er denn schon Frauen kennengelernt und sexuelle Erfahrungen hatte, bevor er nach Pattaya kam, wo er doch nie über Frauen gesprochen und niemals eine Freundin nachhause mitgebracht hat. Matt lachte: „Papa, wir haben zuhause nie über Sex oder intime Freundschaften gesprochen, das Thema war tabu, weil Mutter meinte, dass wäre alles so schmutzig, dass man darüber nie sprechen darf. Sie wollte, dass ich eine keusche Katholikin nachhause bringe, aber die hatte ich schon zuhause. Ich will mir keine Nonne ins Haus holen und Bibelverse hören, die kenne ich schon von Mutter. Eine Frau, mit der man leben kann, ist aber keine keusche Katholikin, also hab’ ich mir den Streit gespart und mein Familienleben außer Haus gefeiert, genau wie Du.“ Papa fragte verwundert: „Bist Du denn nach der Arbeit auch nicht nachhause gegangen?“ Matt erklärte: „Was soll ich denn da? Mein Computer, Bücher oder Filme, in denen knapp angezogene Frauen, Sex, Gewalt, Kriminalität, nichtchristliche Menschen oder Weltraumfahrt vorkommen, sind Gott nicht gefällig. Gott war es nur gefällig, wenn ich die Kirchenzeitungen und Bistumsblätter las oder zuhörte, wie Mutter mir Bibelverse und Lehren über ein gottgefälliges Leben mit vielen schönen Beispielen aus ihrer Verwandtschaft oder den letzten Predigten vorsetzte. Das grenzt an Paranoia. Ich weiß, sie meint es nicht schlecht, aber ich kann es nicht aushalten. Zuhause ist für mich nur ein Schlafplatz, und Du hast es übrigens doch genauso gemacht und warst kaum zuhause.“ Papa meinte ausweichend: „Sicher war ich selten zuhause, aber jetzt brauch’ ich noch etwas Zeit zum Überlegen.“ Spöttisch fragte Matt: „Meinst Du, dass Dir etwas Neues einfällt, woran Du in den letzten 26 Jahren noch nicht gedacht hast?“ Doch der Vater antwortete ruhig: „Mir ist schon etwas ganz Neues eingefallen, aber ich habe noch Angst vor den Konsequenzen.“
Die nächsten Tage bummelten sie durch die Stadt, verbrachten ihre Zeit am Strand, mit Gesprächen, in Bars und Restaurants. Es kam ihnen beiden so vor, als wenn sie sich erst jetzt richtig kennenlernten. Nach dem dritten Tag sprach Papa ausführlich mit seiner Killerbiene, gab ihr ein besonderes Trinkgeld und sie kam am späten Nachmittag mit zwei hübschen Mädchen zu einem Fototermin ins Hotel. Danach bezahlte er die Mädchen gut, gab der Killerbiene einen guten Lohn für eine besondere Arbeit, die sie noch verrichten sollte, was sie ihm hoch und heilig versprach. Außerdem gab er ihr eine Entschädigung und suchte sich eine andere Frau. Er erklärte Matt: „Wenn man in einem Extrem lebt, dann sucht man sich irgendwann ein entgegengesetztes Extrem. Aber es wird Zeit, dass ich mich normalisiere und mein Leben irgendwo in der Mitte finde. Sag’ mal, was hältst Du davon, wenn wir ein paar Ausflüge unternehmen? Es wär’ doch schade, wenn wir schon einmal in Thailand sind und nichts von dem Land sehen. Außerdem finde ich es schade, wenn wir die Mädchen nur an der Bar und während der Nacht sehen; es ist doch sicher interessant, zu wissen, wie sie am Tag sind und wie man mit ihnen im normalen Leben zurechtkommt.“
Matt war sehr einverstanden, denn er hatte auf seine begleitende Anstandsdame nur wegen des Vaters verzichtet. Allerdings erhärtete sich ein Verdacht, den er schon kurz zuvor gehabt hatte. War es möglich, dass der Vater in die Wechseljahre kam? Sein Interesse für Frauen war geradezu auffallend, wobei er sich aber nun nicht mehr für wilde Bienen interessierte, sondern für hübsche Frauen, die eher ruhig waren und sich schon in einem leicht fortgeschrittenen Alter befanden. Als Matt ihn darauf ansprach und ihm sagte, er sei doch auch katholisch, ob er sein Verhalten denn mit seinem Glauben vereinbaren könnte, sagte der: „Mit meinem Glauben schon, nur nicht mit der Mutter. Aber die ist nicht nur katholisch, sie ist eine Fundamentalistin, eine katholische Terroristin. Wenn sie eine islamische Terroristin wäre, dann würde sie sich sicher selbst umbringen.“ Die Worte erschreckten Matt. Er war zwar sicher, dass der Vater seine Frau nicht ermorden würde, doch war er sicher, dass sich am Zusammenleben der Familie etwas ändern würde und er war gar nicht mehr sicher, ob dieses Zusammenleben weiterhin so, wie bisher gefeiert würde.
Unterdessen war der Vater sehr friedlich und geradezu fröhlich auf seinen Ausflügen in Begleitung einer hübschen und freundlichen Frau. Ohne jeden Kommentar wechselte er seine Reisebegleitung dreimal, bis er endlich zufrieden schien und langsam aufblühte. Gemeinsam gingen sie nun mit ihren zwei Frauen auf Ausflüge oder sie verbrachten ihre Zeit am Strand, mit Spaziergängen, in Bars, Restaurants und natürlich im Hotel. Als sie nur noch wenige Tage vor sich hatten, fragte Papa: „Sag’ ‘mal, wie fühlst Du Dich hier in Thailand mit Deinen Frauen? Du hast ja nun auch schon drei verschiedene gehabt.“ Der überlegte kurz und sagte dann: „Nett, abenteuerlich, unterhaltsam und unverbindlich. Weißt Du, das ist so wie früher, als ich noch zur Schule ging und bei uns in der Nähe der kleine Park mit dem Schwimmbad war. Da konnte man immer neue Kinder kennenlernen. Man sprach mit ihnen, unterhielt sich, spielte miteinander, unternahm vielleicht etwas zusammen, stellte einige Dummheiten an, und dann ging man wieder nachhause. Wir hatten keine Erwartungen, nur die Hoffnung, dass irgendjemand da war. Manchmal freuten wir uns, wenn wir jemand trafen, den wir schon kannten, manchmal war uns das egal. Hauptsache war, dass wir irgendetwas erlebten und dass es nicht langweilig war. Hier ist es mit den Frauen dasselbe. Man spielt zusammen und unterhält sich, vollkommen unverbindlich. Man darf nur nicht erwarten, dass man auf diesem Spielplatz gleich die Frau fürs Leben findet und nun fortan glücklich ist.“ Papa nickte: „Ich glaube, Du hast Recht. Man trifft sich, beschäftigt sich miteinander und unterhält sich. Eine nette Bekanntschaft, bis einer nicht mehr will und man jemand anders suchen muss. Eigentlich ideal, wenn man nicht gerade die große Liebe oder das große Glück sucht. So hat man immer eine nette Begleitung, einen Menschen, den man sich zu sehen freut, und nicht einen Menschen, vor dem man ständig Angst haben und weglaufen muss.“
Was Papa damit meinte, verstand Matt erst, als sie nach den letzten vergnügten Tagen nachhause kamen. So aufgeregt und empört hatte er die Mutter noch nie gesehen. Sie hatte alle Bibelsprüche vergessen und sagte Papa, er sei vom Teufel besessen. Drei Liebesbriefe mit äußerst eindeutigen, weitestgehend textilfreien Fotos zur Erinnerung hatte er aus Pattaya bekommen, er sollte das erklären und ja nicht leugnen. Der sah sich die Fotos an und meinte: „Die sind doch eigentlich recht scharf geworden, deutlich zu erkennen und erklären sich von selbst. Die haben etwas mit Lebensfreude und Vergnügen zu tun.“ Sie war außer sich, schamlos mit jüngeren Frauen betrogen worden zu sein und erklärte, dass sie mit solch einem Menschen nicht länger leben kann. Papa meinte daraufhin, dass sich deshalb an ihrem Leben nicht viel ändern würde, denn er konnte mit ihr schon seit langer Zeit nicht zusammenleben und fragte, ob ihr nicht aufgefallen sei, dass sie eigentlich nie eine Gemeinsamkeit gehabt und niemals wirklich zusammengelebt haben: „Du hast mit Gott gelebt und ich mit meiner Arbeit oder in der Stammkneipe. Wir haben nicht miteinander gelebt und abgesehen davon, dass wir einmal gemeinsam ein Kind gezeugt haben, gab es eigentlich gar keinen Grund, verheiratet zu sein.“ Seine Frau war empört und erklärte, sie muss mit ihrer Mutter sprechen und weiß noch nicht, wann sie wiederkommt. Als sie weg war, grinste Papa: „Hat das kleine Luder doch tatsächlich die Briefe geschrieben und abgeschickt. Ich hatte geglaubt, sie würde sich nur das Geld in die Tasche stecken. Aber es ist besser so. Es hat für mich keinen Sinn mehr, so weiterzuleben, wie bisher.“
Seine Frau klagte ihrer ebenso katholischen Mutter ihr Leid mit dem Mann, der der Fleischeslust verfallen war, sowie als auch der Todsünde. Die alte Frau war geradezu erschüttert, insbesondere, da sie seit dem Tod ihres Mannes doch sehr einsam war, und versprach, ihre Tochter fürderhin vor Lüstlingen zu beschützen, die sie zu der bösen Fleischeslust benutzen wollten. Als die Mutter wieder nachhause kam, sagte sie daher in Siegerpose, dass sie nicht mehr mit Papa leben kann, seit er dem Teufel verfallen ist, und zu ihrer Mutter geht. Wenn sie sich friedlich einigen, wird sie auf die Scheidung verzichten. Sie forderte die Hälfte des Gesamtbesitzes, doch Papa meinte: „Geht nicht, wir sind drei Personen, Matthäus ist schon erwachsen, also können wir den Besitz auch gleich durch dreiteilen.“ Das hielt sie für richtig, man sah sich das von der Mutter geführte Sparbuch an und entschied, Matt bekommt die Eigentumswohnung und die Eltern teilen sich das gesparte Geld. Die Mutter nahm das Geld, ihr geheimes Sparbuch sowie ihre persönlichen Sachen und zog umgehend zu ihrer Mutter.
Papa war mit dem Geld und seinem geheimen Sparbuch zufrieden. Als Matt ihm sagte, er würde ja wohl in der Wohnung bleiben und sie könnten sich jetzt ihr Leben neu einteilen, erklärte er lächelnd: „Kann ich nicht machen, Junge, Noy wartet doch schon in Pattaya auf mich.“ Matt war verblüfft und machte sich Sorgen, dass der Papa nun nach der Bekanntschaft mit den Frauen Pattayas seine dritte Jugend erlebt und allein wegen des nächtlichen Vergnügens auswandert, doch der sah das anders: „Schau ‘mal, ich bin jetzt pensioniert“, begann er. „Mein ganzes Leben lang bin ich von zuhause weggeblieben, wenn es nur irgendwie möglich war. Und jetzt müsste ich den ganzen Tag zuhause sein, das kann ich mir gar nicht vorstellen. Da wäre es mir viel lieber, alleine zu sein, aber das macht auch keinen Spaß. Wenn man pensioniert ist, hat man das Problem, dass man nichts mehr zu tun hat und sich mit sich selbst beschäftigen muss, aber man kann nicht jahrelang den ganzen Tag alleine sein. Deshalb ist Thailand für mich ideal. Dort kann ich mit meiner Pension gut leben und ich kann mir eine Frau ins Haus holen, die mich etwas versorgt, einfach jemand, der da ist, mit dem man einen Kaffee trinken und ein paar Worte wechseln kann, der die Wäsche erledigt, das Haus putzt und das Essen bereitet. Dafür kann ich ihr genug Geld geben, dass sie davon leben kann. Damit ist uns beiden gedient, ohne dass wir deswegen große Erwartungen haben. Hier in Deutschland wäre ich nur noch alleine auf meinem Zimmer.“
Papa war sich darüber klar, dass er sich mit irgendetwas beschäftigen musste. Deshalb bat er seinen Sohn, ihm zu zeigen, wie er mit einem Computer mit Internetanschluss zurechtkommen kann. Denn dort erhält man nicht nur die Nachrichten, sondern auch viele andere Informationen und kann sich unterhalten. So ist für ihn das Internet eine Verbindung zur Außenwelt und eine nette Beschäftigung, durch die er Kontakte und weitere Beschäftigungen finden kann. Matt setzte ihm einen Computer auf, in dem er verschiedene Spiele fand, mit dem er sauber schreiben und setzen konnte und ins Internet kam, über das er sich mit anderen Menschen unterhalten konnte und zeigte ihm die Anwendungen. Den Computer sollte er mitnehmen und sich in Thailand einen passenden Bildschirm kaufen.
Es dauerte keine drei Wochen, bis Papa seine Sachen erledigt hatte und sich auf den Weg nach Thailand machte. Er hatte Noy geschrieben, wann er in Pattaya sein wird und sie kam nachmittags zu ihm ins Hotel. Nach der Begrüßung zeigte sie Papa bei einem Spaziergang in einer Nebenstraße ein kleines Haus, das zu vermieten war. Beim Abendessen besprachen sie dann, wie sie sich einrichten wollten. Drei Häuser standen zur Besichtigung, die preiswert zu mieten waren. Als sie die Objekte am nächsten Tag anschauten und Papa sich für ein zentral gelegenes Haus entschieden hatte, fragte sie ihn vorsichtig, ob er bereit wäre, auszuprobieren, ob ihre kleine Tochter ihn stört, wenn sie auch in dem Haus lebt. Die Kleine muss demnächst zur Schule gehen und sie hätte so gerne, dass sie in Pattaya eingeschult wird und nicht im Dorf bei der Großmutter. Ängstlich fügte sie hinzu, wenn die Tochter stören sollte, dann müsste er nur Bescheid sagen, wenn sie wieder ins Dorf zurücksoll. Papa hatte nichts dagegen, ganz im Gegenteil meinte er, sie könnte etwas Leben ins Haus bringen.
Das Haus war bereits beziehbar und Noy war bei der Renovierung und der Einrichtung des Hauses sehr hilfreich. Noy lernte, einige europäische Speisen zuzubereiten und kümmerte sich um den Haushalt. Wenn sie damit fertig war und Papa an seinem Computer saß, nahm Noy ihre Häkelsachen. Sie meinte, es sei besser, zu häkeln, als nichts zu tun, und außerdem würde sie sich dabei noch ein nettes Taschengeld verdienen.
Das Leben verlief friedlich und gemütlich. Für Papa verging der Tag mit Fernsehen, Zeitungen, Internet und einigen Pausen mit Essen oder Kaffee. Abends gingen sie manchmal gemeinsam aus oder Papa setzte sich ans Fernsehen. Er war in seinem Leben noch nie so zufrieden gewesen. Langsam freundete er sich auch mit der Tochter an. Als die zur Schule kam, überredete sie ihn, dass er sich mit ihr an den Tisch setzen und Schularbeiten machen soll. Sie meinte, er sei so ein netter Mensch, aber so entsetzlich dumm, dass er noch nicht einmal die einfachsten Wörter kennt. Aber er soll sich keine Sorgen machen, sie wird ihm schon helfen, wenn er brav seine Schularbeiten macht. Und das tat Papa; es war für ihn eine nette Beschäftigung und außerdem konnte es ja nicht schaden, wenn er in Thailand lebt und Thai lernt. Noy half ihm dabei und außerdem fing sie an, Deutsch zu lernen. Sie meinte, wenn sie schon mit einem Deutschen lebt, dann sollte sie auch die Gelegenheit wahrnehmen, seine Sprache zu lernen. So waren eigentlich alle Mitglieder dieser seltsamen Familie voll ausgelastet und Papa meinte, dass es viel mehr Familie war, als er früher gehabt hat. Dabei störte es ihn auch nicht, dass es die kleine Tochter war, die die größten Fortschritte erzielte und Papa oft schimpfend korrigierte, was ihren Leistungen und ihrem Selbstbewusstsein allerdings sehr zugute kam.
Es war noch kein Jahr vergangen, als Matt zu Besuch kam, um seinen Urlaub beim Vater zu verbringen. Er befürchtete allerdings, dass das Haus des Vaters für so viele Leute zu klein sein könnte, weshalb er es vorzog, in einem Hotel zu leben, in dem er sich allerdings vornehmlich nachts aufhielt, während er tagsüber meist zu seinem Vater ging, wenn er nicht gerade einen Ausflug unternahm. Gegen Ende seines Urlaubes sagte er Papa, dass er ihn beneidet, weil er viel friedlicher und zufriedener lebt, als alle anderen Menschen, die er kennt. Er überlegte sich, ob das nicht auch für ihn eine ideale Lebensform wäre, erklärte er Papa, aber vorläufig sieht er noch nicht die Möglichkeiten dazu, denn er muss erst noch Geld verdienen, damit er sich solch ein Leben leisten kann. Aber inzwischen würde er wahrscheinlich sein Privatleben in Ermangelung vernünftiger Freundschaften oder Partnerschaften in Deutschland auf seine Urlaubszeit in Thailand verlegen. “
Dieses Buch ist überarbeitet und neu veröffentlicht. Es ist als E-Book ( 2,99 € ) und Taschenbuch zu kaufen. Der Einführungspreis für das E-Book kurze Zeit auf 2,99 € festgelegt.
Informationen über mich findet ihr in meinen Büchern, bei FB wenn ihr Euch die Mühe mach dort meine umfangreiche Chronik zu studieren (aber auch meine Kommentare, denn da teile ich sehr viel über mich mit), aber auch hier auf meinem Blog

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