Es gibt in Thailand keinen Frühling

Ein Auszug

„Es gibt in Thailand nur drei Jahreszeiten. Man kommt von der heißen Jahreszeit in die Regenzeit und von dort aus direkt in die kalte Jahreszeit. Das sollten alle Leute wissen, die in Thailand ihren Frühling suchen.
Es war kein Zufall, dass Arthur seinen Urlaub in Pattaya geplant hatte und ganz entgegen der Überzeugung der thailändischen Regierung, dass ausländische Touristen nur kommen, um Tempel, Nationalparks und Wasserfälle zu sehen, waren es auch nicht gerade diese Sehenswürdigkeiten gewesen, die Arthurs Blutdruck beim Gedanken an den Urlaub ansteigen ließen. Die Ursache für seine Planung war eine Folge verzwickter Familienverhältnisse als auch die Tatsache, dass Arthur vor gar nicht langer Zeit seinen 60. Geburtstag und damit auch seine Pensionierung gefeiert hatte. Aber die Hauptschuld trug sicherlich seine Familie.
Es war nun schon einige Jahre her, dass sein Sohn, den er gerne als minderwertig und frech bezeichnete, eine sehr entfernte Nichte seiner Frau kennenlernte, was zunächst zur Folge hatte, dass diese bald darauf gar nicht mehr so entfernt war, wie Arthur sie sich gewünscht hätte. Sie war ihm nie besonders sympathisch gewesen, wofür weniger ihr durchdringender Blick als vielmehr ihr durchdringende Stimme verantwortlich war. Nachdem sie diese einige Jahre an seinem Sohn trainiert hatte, bewies er ein offenes Herz wie auch eine offene Brieftasche, als der Sohn ihm erläuterte, dass er wegen Seh- und Hörschäden dringend in Kur fahren müsse. Sein Sohn bettelte ihn wegen der zu erwartenden hohen Kosten unter dem Siegel der Verschwiegenheit um einen Zuschuss an.
Als er seinen nicht gerade als arm bekannten Sohn fragte, wo er denn zur Kur gehen will, meinte dieser, er müsse in den Kurort Pattaya fahren. Leicht besorgt hatte Arthur ihn gefragt, ob das denn nicht etwas teuer wäre, aber sein Sohn hatte mit voller Inbrunst geantwortet, dass ihm für seine Gesundheit nichts zu teuer sei. Arthur gab ihm eine gute Summe für seine Kur sowie als auch den väterlichen Rat, das Geld nicht für schöne Frauen auszugeben, was seinen Sohn schier zur Verzweiflung trieb: „Wenn ich kein Geld habe, kann ich keins für schöne Frauen ausgeben, wenn ich Geld von Dir habe, soll ich es auch nicht für schöne Frauen ausgeben. Wann soll ich denn Geld für schöne Mädchen ausgeben?“ Zudem beklagte er sich auch noch bei seinem Vater, dass er ihn nie richtig verstanden hätte, wobei das doch in diesem Falle ganz leicht wäre; er brauche nur selbst nach Pattaya in Kur zu fahren, um sich zu überzeugen, dass er nichts Unrechtes tut und sich nur der Lebensfreude widmet.
Doch Alt-Arthur sagte, er sei bisher nur in den Schwarzwald gefahren und seine entfernteste Urlaubsreise hatte ihn bisher lediglich an den Bodensee geführt, nie aber in entfernte Gebiete, in fremde oder gar exotische Länder, worauf sein Sohn, der die ständigen, zunehmenden Spannungen zwischen seinen alten Herrschaften nicht übersehen hatte, seinem Papa antwortete, er dürfe nicht vergessen, dass die meisten exotischen Frauen in exotischen Ländern leben und nicht gerade im Schwarzwald oder am Bodensee, was sich leicht überprüfen lässt, falls ihm das noch nicht aufgefallen sein sollte.
Aber Arthur war ein vorsichtiger und bodenständiger Mensch, der schon lange verheiratet war. So fuhr Arthur auch dieses Jahr wieder brav in den Schwarzwald zur Kur und ließ sich nichts zuschulden kommen, während sein ungeratener Sohn, der ebenfalls Arthur hieß, nach Pattaya in Urlaub fuhr, der gesamten Familie jedoch mitteilte, dass er streng geheime Montageaufträge im Atommeiler bei Jülich durchzuführen habe, weshalb man ihn in den nächsten drei Wochen nicht erreichen kann.
Arthur Junior hatte indessen in Pattaya ein recht lockeres Leben geführt. Besorgt, dass nicht etwa eine Jungfrau durch ihn zu Schaden komme, beschäftigte er sich vornehmlich mit jenen Damen, in deren Berufsbeschreibung das Wort Jungfrau nicht erwähnt wird. So würde er sich bei der süßen Nit dafür verbürgen, dass sie keine Jungfrau ist und dass sie selbst schon dafür sorgte, dass sie nicht zu Schaden kommt. Auch bei der schlanken Oi, mit der er eine Woche nach Phuket fuhr, hatte es sich bestimmt nicht um eine Jungfrau gehandelt.
Sicher hatte der Bengel dies auch noch bei anderen Frauen überprüft, was man sicherlich nie herausbekommen wird. Aber diese zwei Mädchen müssen ihm besonders sympathisch gewesen sein, sonst hätte er ihnen sicher nicht seinen Namen und seine Anschrift gegeben. Um keinen Argwohn zu erregen, hatte er allerdings die Anschrift seines Vaters aufgeschrieben, der ihm die Briefe sicherlich weitergeben würde.
Doch dem war nicht so; Papa Arthur war nämlich noch auf Kur, als die Briefe dieser beiden Damen schon eintrafen und in die Hände seiner geliebten Frau Gemahlin fielen. Als Arthur aus dem Schwarzwald zurückkam, begrüßte sie in gleich verstärkt durch die überhaupt nicht entfernte Nichte mit den Worten: „Die Oi liegt jetzt ganz einsam im Bett und kann ohne Dich nicht mehr schlafen und der Nit fehlen die gemeinsamen Nächte und sie braucht dringend Geld für die Operation Deiner neuen Schwiegermutter, der Du ja schon so ans Herz gewachsen bist.“
Das konnte nur etwas mit Arthur, dem Kleinen, zu tun haben, kam dem bestürzten Papa unvermittelt in den Sinn. Doch als er fragte, wo der ist, wurde ihm sofort beschieden, dass er gar nicht zu versuchen braucht, sich hinter seinem Sohn zu verstecken, denn der hat vor vier Tagen noch aus Jülich angerufen und Bescheid gesagt, dass die Montagearbeiten um zehn Tage verlängert werden mussten. Obwohl der Papa nun wohl eine gewisse Ahnung hatte, woran sein Filius gerade montiert, konnte er doch nichts sagen, um dessen ‘glückliche Ehe’ nicht zu gefährden. Die Beteuerung seiner Unschuld war vollkommen überflüssig und der Hinweis, man könnte doch sein Kurhaus im Schwarzwald anrufen, um sich von seiner Unschuld zu überzeugen, brachte ihm nur die Antwort: „Dann hast Du denen also auch noch Geld gegeben, damit sie mich belügen.“
Die Situation war fatal. Das Gezänk und das Geschrei seiner Frau steigerte sich in den kommenden Tagen immer mehr und Arthur war schließlich beleidigt, dass sie ihm um keinen Preis glauben wollte. Bald kam er auf den Gedanken, dass es seine Frau eigentlich gar nichts anginge, wenn er mit einer anderen Frau ins Bett geht. Und irgendwann war er die Situation so leid, dass er eines Abends, kaum dass er zur Tür hereingekommen war, sich bei Ansichtig werden seiner schreienden Gemahlin auf den Absätzen umdrehte und das Haus wieder verließ. Seiner Frau sagte er dabei: „Schätzchen, Du brauchst Dir heute keine Sorgen um mich zu machen; ich tu’ nichts Gefährliches. Ich geh’ nur ‘mal nachschauen, ob es auch noch vernünftige Frauen gibt.“ Als er wiederkam, hatte seine Frau die Wohnung verlassen und am nächsten Tag reichte sie die Scheidung ein. Von dem Tag an hatte Arthur seine langersehnte Ruhe.
Die hatte er nun schon seit zwei Jahren, was ihn noch nicht einmal so gestört hatte. Er war im ersten Jahr wie gewohnt in den Schwarzwald gefahren und dann wollte er seine Pensionierung abwarten. In der Zwischenzeit waren es aber einige Unterhaltungen mit seinem Sohn gewesen, die ihn überzeugten, dass es vielleicht gar nicht so verkehrt ist, seine Ruhe im milden Klima Thailands zu suchen, bevorzugt in dem gesundheitsfördernden Klima des Badekurortes Pattaya mit Palmen am Meer und anderen sehr natürlichen Schönheiten, die nicht nur den Blutkreislauf, sondern auch die Gesundheit eines Pensionärs fördern könnten.
Sein Sohn hatte ihm das sehr eindrücklich erklärt: „Papa, Du sagst, mit Männern ins Bett zu gehen, ist kein guter Beruf für eine Frau. Toiletten und Fußböden putzen ist auch kein guter Beruf für eine Frau. Aber wenn eine Frau keine besseren Möglichkeiten hat, ihren Lebensunterhalt zu verdienen und damit einverstanden ist, dann brauchst Du ihr nur das vereinbarte Geld zu geben und sie wird die Toiletten und die Fußböden putzen. Und mit den Frauen in Thailand ist das überhaupt ganz anders, als hier. Du stehst da nicht in einer Schlange von Männern vor einem Bordell. Du gehst an eine Bar und wenn eine Frau einverstanden ist, dann geht sie mit Dir mit und sie ist Deine Geliebte…………….“

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